Inhaber übernimmt Filiale

Apotheke aus Insolvenz: „Banken werden immer strenger“

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Berlin -

Apotheken rutschen immer öfter in die Pleite. Aus der wirtschaftlichen Schieflage hilft meist nur ein radikaler Schnitt – und oft werden deshalb Betriebe geschlossen. Die Barbara-Apotheke in Hamm ereilt ein anderes Schicksal. Trotz der Insolvenz der Vorbesitzerin fand sich mit Aykut Akkaya ein Nachfolger. Der 31-Jährige sieht in dem Standort Potenzial. 

Akkaya ist ein Apotheker mit Führungserfahrung. Vor einem Jahr übernahm er die Zeppelin Apotheke in Ahlen. Zuvor war er dort bereits vier Jahre als Filialleiter tätig. Deshalb sei der Kauf und der Wechsel in die Chefposition keine große Herausforderung gewesen, sagt er. Denn das Team, Kundschaft und die Abläufe seien bekannt gewesen.

Strenge Prüfung von insolventer Apotheke

Anders lag der Fall in Hamm. Auch wenn er den Ortsteil Pelkum der westfälischen Stadt gut kennt, weil er dort aufgewachsen ist, musste er sich erst auf den Betrieb und die neue Filiale einstellen. „Ich habe kurzfristig erfahren, dass sie verkauft werden soll“, sagt er. Da es die einzige Apotheke in der Gegend sei, prüfte Akkaya, ob der Betrieb zu ihm passte. Dass die Vorbesitzerin Insolvenz angemeldet hatte, schreckte ihn nicht zurück.

Die Apotheke selbst sei nicht in finanzieller Schieflage, sagt er. Denn die Altlasten wie zu hohe Personalkosten gehörten mittlerweile zur Vergangenheit. Dennoch war es ein arbeitsintensiver Weg, bis Akkaya die nötige Zusage eines Kreditinstituts für seine Filialisierung hatte. „Die Banken werden immer strenger, was die Vorschriften angeht.“ Bereits bei seiner ersten Übernahme habe er zahlreiche Nachweise erbringen müssen.

Für den neuen Kauf sei noch mehr gefordert worden. „Ich musste Prognosen für die Apotheke vorlegen, wie sie sich in Zukunft entwickeln könnte.“ Die zögerliche Haltung der Banken versteht der Apotheker. Immerhin gebe es Fälle, bei denen Inhaberinnen und Inhaber finanziell nicht stabil seien. Denn die Branche steht wirtschaftlich unter Druck. Das weiß auch der Jung-Apotheker. „Die Apotheken werden immer weniger, es muss etwas passieren.“

Fokus auf Digitalisierung und Social Media

Er selbst sieht sich mit seinen beiden Apotheken auf einem guten Weg. „Ich will sie zur Anlaufstelle für alle Generationen machen und biete Services für alle an.“ Künftig möchte er Digitalisierungsprojekte voranbringen, um mehr Online-Bestellungen annehmen zu können. „Das machen wir schon, aber ich will es weiter ausbauen.“ Auch bei Social Media will er stärker präsent sein, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Seit Februar führt Akkaya zwei Teams mit jeweils 13 Angestellten. Eine Filiale zu besitzen sei herausfordernd, da er als Inhaber meist in der Hauptapotheke sei. „Ich gehe davon aus, dass ich das meistern kann. Das erste Jahr in der Zeppelin Apotheke war ein Erfolg für mich. Ich gehe davon aus, dass die Übernahme der Barbara-Apotheke für mich der richtige Schritt war.“

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