Bundesnetzagentur

Ärger über Postdienste: Beschwerden verdoppelt dpa, 21.12.2018 16:16 Uhr

Bonn - Verspätete Pakete, falsch zugestellte Briefe oder lange Wartezeiten am Schalter – immer mehr Bürger machen ihrem Ärger über die Deutsche Post und deren Wettbewerber Luft. Die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur habe sich in diesem Jahr auf 11 830 fast verdoppelt, teilte die Bonner Regulierungsbehörde mit. 2017 waren es noch 6100 gewesen, 2016 nur rund 3900.

Die Kritik zielt vor allem auf den Marktführer Deutsche Post DHL, aber auch auf Konkurrenten wie die Paketdienstleister Hermes oder DPD. Die Bundesnetzagentur betonte, gemessen am Gesamtvolumen seien es allerdings noch relativ wenige Beschwerden. Es gebe zwar kein flächendeckendes Problem, aber regionale und zeitweilige Defizite. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

Noch nie haben sich so viele Verbraucher bei der Bundesnetzagentur beschwert wie in diesem Jahr. „Dies zeigt, dass die Bundesnetzagentur als Ansprechpartner für Verbraucherfragen wahrgenommen wird“, sagte Behördenchef Jochen Homann. Und es ist auch ein Grund für den Anstieg: Inzwischen wissen mehr Bürger von der Möglichkeit zur Beschwerde. Früher hat sich manch einer also auch schon über falsch zugestellte Post geärgert, dies aber nicht gemeldet.

Die Hälfte der Beschwerden bezieht sich auf Briefe, ein Drittel auf Pakete. Beim Rest geht es etwa um lange Schlangen in Postfilialen oder um unpassende Öffnungszeiten. Im Paketgeschäft hat die Deutsche Post DHL etwa 44 Prozent des Gesamtmarktes in Deutschland, die übrigen Anteile entfallen auf Rivalen wie Hermes, DPD und GLS. Der Marktanteil entspricht in etwa auch dem Anteil an den Beschwerden.

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