Celesio

„Zwischen 30 und 50 Apotheken“

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Der Vorstandsvorsitzende der Stuttgarter Pharmahändlers Celesio, Dr. Fritz Oesterle, konkretisierte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erstmals seine Pläne für den Fall der Freigabe des deutschen Apothekenmarkts. „DocMorris wird der Name unserer Apothekenkette sein, wenn wir eine haben dürfen“, so Oesterle. „Damit sage ich aber nicht, dass jede Apotheke, die einmal zu Celesio gehören sollte, DocMorris heißen muss.“

Angeblich kann sich Celesio bereits heute vor Angeboten kaum retten: „Wir könnten heute schon jeden Tag Apotheken - und zwar mehr als eine - kaufen, wenn wir dürften. Und das nicht, weil wir fragen, sondern weil die Besitzer auf uns zukommen und sagen: 'Könnt ihr nicht meine Apotheke kaufen? Ich möchte aufhören. Ich möchte Kasse machen.' Gerade die Apotheker, die auf die 65 zugehen, haben Angst, ihre Apotheken bald nicht mehr loszuwerden.“

Dennoch, und trotz aller Vorbereitungen, gibt sich der Konzernchef zurückhaltend: „Es wäre schön, wenn wir im ersten Jahr nach der Möglichkeit, Apotheken zu kaufen, zwischen 30 und 50 Apotheken hätten“, so Oesterle. Denn der Aufbau einer Kette brauche Zeit: „Schnell geht das jedenfalls nicht, da ist viel Irrationalität in der Diskussion.“

Celesio will eventuelle Zukäufe nämlich genau prüfen: „Dass unsere finanziellen Möglichkeiten andere sind als die eines jungen Apothekers, klar. Allerdings nur, wenn wir wollen. Und wir rechnen mit Sicherheit viel genauer, was wir bereit sind zu zahlen als ein einzelner Apotheker.“

Oesterle rechnet mit einer baldigen Öffnung des Apothekenmarktes durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH): „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der EuGH hier anders entscheidet als bei den griechischen Optikern“, so Oesterle.

Der Konzernchef geht davon aus, dass mit der Liberalisierung die Versorgungsqualität sogar steigen wird. Mit Verweis auf den Klinikbereich sagte Oesterle: „Professionellere Anbieter haben für eine deutliche Qualitätsverbesserung gesorgt. Das wird auch bei den Apotheken so sein.“

Lesen Sie dazu auch: Oesterle kritisiert Beratung
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