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Viromed geht an die Börse

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Berlin -

In der Pandemie hat das Pinneberger Unternehmen Viromed gute Geschäfte gemacht – von Schnell- und Antikörpertests bis hin zu Masken und neu dem antiviralen Nasenspray VirX. Die Zukunft soll aber die innovative Wund- und Hautbehandlung mittels Kaltplasma sein. Vor diesem Hintergrund hat die Eigentümerfamilie das Unternehmen jetzt an die Börse gebracht.

Viromed ist in Gestalt verschiedener Vorgängerfirmen seit 2004 im Gesundheitsmarkt aktiv, der Fokus liegt auf dem Schutz vor Viren und Keimen. Das Unternehmen sichert sich Alleinvertriebsrechte für innovative Produkte, etwa modernen Entkeimungsgeräten, die in Kliniken und Arztpraxen zum Einsatz kommen.

Mit der Pandemie kam ein neuer Zweig hinzu: Mehr als 100 Millionen Sars-CoV2-Selbsttests verschiedener Lieferanten wurden bislang verkauft. Rund 4000 Analysegeräte der Marke Vitalab sind dauerhaft im Kundeneinsatz, mit denen sich nicht nur neutralisierender Antikörper gegen Sars-CoV2 bestimmen lassen, sondern auch Kardiowerte und Tumormarker.

Zu den Kunden gehören nach Firmenangaben Konzerne wie Volkswagen oder Lufthansa, sowie Bundesländer und das Bundesgesundheitsministerium, aber auch 1100 Krankenhäuser, 7000 Apotheken und 11.000 Arztpraxen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden ein Umsatz von 134 Millionen Euro und ein Nachsteuerergebnis von 25 Millionen Euro erzielt.

Corona-Nasenspray und Kaltplasma

Jüngster Neuzugang ist das Corona-Nasenspray VirX. Viromed hat sich die exklusiven Vertriebsrechte für die DACH-Region und für andere europäische Länder gesichert. Außerdem hat sich Viromed eine Mehrheit an Terraplasma aus Garching gesichert, einem Entwickler und Patenthalter der Kaltplasma-Technik, hervorgegangen aus dem Max-Planck-Institut. Auch hier hatte sich Viromed schon zuvor einen exklusiven Vertriebsvertrag gesichert. Die neuartige Behandlungsmethodik auf der Grundlage von kaltem Plasma soll zur Wundheilung, aber auch in den Bereichen Kosmetik sowie Dermatologie und HNO eingesetzt werden.

Nachdem eine angebliche Fusion mit Nanorepro im Februar platzte, hat die Familie um Firmengründer Uwe Prebandt das Unternehmen jetzt in eine börsennotierte Mantelgesellschaft eingebracht. Damit sind 68 Prozent der Aktien im Besitz der Unternehmerfamilie aus Rellingen, der Rest der Aktien befindet sich im Streubesitz. Die Aktien sind bereits mit dem neuen Firmennamen Viromed AG an der Börse Düsseldorf im Freiverkehr handelbar.

Vorstand Dr. Holger Bingmann freut sich über den gelungenen Börsengang. „Viromed ist als Marke im Medizinsektor seit Jahren ein
fester Bestandteil. Mit dem Börsengang erhöhen wir unsere Sichtbarkeit auch am Kapitalmarkt. Das Timing des Börsengangs ist für uns ideal, da wir mit dem Anti-Virus-Nasenspray VirX das richtige Produkt zur richtigen Zeit auf den Markt bringen.“ Die Gruppe habe gezeigt, dass sie Trends zum Nutzen der Menschen rechtzeitig erkennen könne. „Wir sehen einer außerordentlich positiven Zukunft entgegen und bekennen uns ausdrücklich zu einer kapitalmarktorientierten Unternehmensführung."

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