Marktdaten

OTC-Absatz in Apotheken gesunken

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Berlin -

Der Absatz mit OTC-Arzneimitteln in Apotheken ist im vergangenen Jahr gesunken, die Umsätze nur noch leicht gestiegen. Das Geschäft wandert immer mehr ins Internet ab: Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens IMS Health wuchs der Umsatz im Versandhandel um satte 11 Prozent. Dafür setzten die Versender im Rx-Bereich ihre Talfahrt fort, vor allem wegen des Rx-Boni-Verbots.

Der Gesamtumsatz im OTC-Bereich wuchs um 2,5 Prozent auf mehr als 12 Milliarden Euro. Die Offizin-Apotheken legten beim Umsatz lediglich um 1,6 Prozent zu. Die Versender haben mit gut 1,2 Milliarden Euro etwa 11 Prozent des Marktes.

77 Prozent davon werden im Versand mit Arznei- und Gesundheitsmitteln erwirtschaftet. Der zweitgrößte Anteil entfällt laut IMS mit 15 Prozent auf Körperpflege und Kosmetik, gefolgt von Artikeln des Medizinischen Sachbedarfs, wie Tests und Messinstrumente sowie Ernährungsprodukte.

Über den Versandhandel wurden 122 Millionen Packungen geordert, das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt sank der Absatz von OTC-Präparaten dennoch um 1 Prozent: Offizin-Apotheken, die mit 1,2 Milliarden 89 Prozent aller Packungen abgaben, verkauften im vergangenen Jahr 1,9 Prozent weniger.

IMS führt dies auf die ausgebliebene Erkältungswelle zurück. Die Verlagerung der Nachfrage von der Vor-Ort-Apotheke in den Versandhandel sei seit Jahren zu beobachten. Online-Apotheken bedienten immer mehr Segmente aus dem OTC-Markt, so IMS. Diese breitere Produktpalette erstrecke sich sowohl auf die Bandbreite günstiger bis hochpreisiger Produkte, als auch auf mehr Produktformen und Packungsgrößen.

Auch die Hersteller betrieben ein aktives Versandhandelsgeschäft. Die Warenverfügbarkeit sei dabei heute kein Problem mehr. Der Verbraucher schließlich verhalte sich bei seinen Einkäufen im Versandhandel ähnlich wie in der Apotheke vor Ort: Er bestelle Präparate auch für den Akutbedarf, nehme preiswerte Angebote wahr und kaufe auch sensible Produkte. Der Vertriebsweg werde damit für den Kunden auch bei Arznei- und Gesundheitsmitteln zunehmend ebenso selbstverständlich wie bei Büchern, Kleidung und anderen Gegenständen des Alltags, so IMS.

Insgesamt konnte der Umsatzrückgang bei der größten OTC-Kategorie Erkältungsmittel durch Wachstum in anderen Kategorien ausgeglichen werden. So verzeichnete etwa die zweit umsatzstärkste Gruppe der Schmerzmittel einschließlich Präparate für Muskeln und Gelenke eine Steigerung von 4 Prozent. Die drittstärkste Gruppe der Verdauungspräparate wuchs um 7,1 Prozent. Bei Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln erhöhte sich der Umsatz um 3,9 Prozent.

Die Bereiche Kosmetik- und Körperpflegeprodukte wuchsen wie schon in den beiden Vorjahren stark, 2014 um 12 Prozent auf 183 Millionen Euro. Eine stärkere Nachfrage gab es außerdem vor allem bei Haarpflegeprodukte, auf den Umsatz schlugen sich Mittel gegen Haarausfall und Anti-Läusemittel. Lediglich Artikel aus dem Bereich des Medizinischen Sachbedarfs verzeichneten nur einen leichten Aufwärtstrend. Der Versandhandel habe hier eine geringere Bedeutung, da auch andere Vertriebskanäle eine Rolle spielten wie etwa der Diabetes-Fachhandel für Blutzuckerteststreifen.

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