Großhandel

Sanacorp hofft auf Ertrag

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Die Münchener Großhandelsgenossenschaft Sanacorp hat im ersten Halbjahr ihren Umsatz um 2 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro gesteigert. Damit ist das zweite Quartal für die Sanacorp deutlich schwächer ausgefallen als die ersten drei Monate, in denen der Umsatz noch bei 6,4 Prozent gestiegen war. Dagegen hatte die Sanacorp im zweiten Quartal Einbußen um 12 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Eigenen Angaben zufolge entwickelte sich die Genossenschaft damit im gesamten ersten Halbjahr unter dem Marktdurchschnitt von 4,1 Prozent.

Auch die Ertragslage bleibt vorerst angespannt: Infolge des „drastischen Konditionenwettbewerbs“ sanken das Rohergebnis um 0,4 Prozent auf knapp 92 Millionen Euro sowie das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 34 Prozent auf 7 Millionen Euro.

Aufgrund des zum 1. Juni eingeführten Leistungsbeitrags für die Apotheken in Höhe von 0,48 Prozent geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich die Ertragssituation stabilisieren wird, hält aber auch Marktanteilsverluste für denkbar.

Auch beim französischen Schwesterunternehmen Cerp Rouen tickt derzeit die Uhr: Zwar stiegen im ersten Halbjahr der Umsatz um 4,8 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 9,4 Prozent auf 18,2 Millionen Euro. Doch aufgrund staatlicher Maßnahmen zur Reduzierung der Großhandelsmarge rechnet Cerp auf Jahressicht mit Einbußen für die französischen Großhändler von rund 40 Prozent des Nettoertrages.

Sanacorp und Cerp hatten im vergangenen Jahr die gemeinsame Holding Millenium mit Sitz in Bologna gegründet. Ende April hatte die Gesellschafterversammlung die Ausschüttung des nahezu vollständigen Bilanzgewinns von knapp 15 Millionen Euro zu gleichen Teilen beschlossen. Die Geschäftsführung geht trotz der angespannten Situation davon aus, dass für das Geschäftsjahr 2008 eine Ausschüttung mindestens auf Vorjahresniveau möglich ist.

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