AvidiaMed

Rabattvertrag für Blister-Projekt

, Uhr

Eigentlich hatte AvidiaMed, ein Tochterunternehmen des Hamburger Maschinenbaukonzerns Körber, bereits im Herbst mit den ersten Pilotprojekten für die industrielle Verblisterung von Arzneimitteln für ambulant versorgte Chroniker beginnen wollen. Doch noch immer ist der endgültige Starttermin unklar. Zumindest einen Partner gibt es bereits: Seit August liegt ein Kooperationsvertrag mit der BKK24 auf dem Tisch.

Gemäß der Markttest-Vereinbarung, die APOTHEKE ADHOC vorliegt, wird das AvidiaMed-Produkt MediFalter zunächst neun Monate lang an rund 150 Patienten getestet. Diese müssen jeweils mindestens drei unterschiedliche orale Arzneimittel und bis zu zehn Tabeletten täglich einnehmen. Ziele des Pilotprojekts sind die „Gewinnung von Erkenntnissen über die Praxistauglichkeit der von AvidiaMed entwickelten Versorgungslösung und zum anderen die Optimierung des bestehenden Konzepts zur Einbindung des MediFalters in das System der gesetzlichen Krankenversicherung“.

Die rechtliche Grundlage bildet ein Rabattvertrag zwischen Kasse und Konzern, dem Ärzte und Apotheker beitreten können. Daher befreit die BKK die Apotheken auch von Retaxationen, die wegen Nichtbeachtung der bestehenden BKK24-Rabattverträge anfallen könnten. Für die Kasse gelten eigentlich die vom BKK-Gemeinschaftsunternehmen Spectrum K ausgehandelten Verträge.

„Aus Gründen der Chancengleichheit“ wollen die beiden Vertragspartner allen Apotheken im Versorgungsgebiet die Teilnahme ermöglichen; rechtzeitig zum Start soll die BKK ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Die Vergütung soll sich an der Arzneimittelpreisverordnung orientieren; vorgesehen ist die Abrechnung zum Apothekeneinkaufspreis zuzüglich zu einem noch zu vereinbarenden Honorar.

Anschließend stellt AvidiaMed der Kasse alle Daten zur Verfügung, damit diese die Kosten des MediFalters sowie der enthaltenen Arzneimittel in N-Packungen umrechnen kann. Bei der quartalsweisen Abrechnung wird gemäß der im Rabattvertrag vereinbarten Preise tablettengenau abgerechnet; eventuell an die Apotheken zuviel gezahlte Beträge erstattet AvidiaMed der Kasse.

Maximal 20 Ärzte sollen am Projekt teilnehmen. Anhand der Abrechnungsdaten werden die infrage kommenden Mediziner gezielt angesprochen; der Rest hat keinen Rechtsanspruch auf Teilnahme. Anders als bei der geplanten Markteinführung sollen die Blister im Modellprojekt in einem teilautomatischen Prozess durch das Schwesterunternehmen Weimer Pharma hergestellt werden. Das Sortiment beschränkt sich zunächst auf rund 120 gebräuchliche Fertigarzneimittel, mit denen allerdings die Mehrzahl der älteren multimorbiden Patienten therapiert werden können soll.

Zu den Details und einem möglichen geografischen und zeitlichen Rahmen gibt man sich bei AvidiaMed zugeknöpft: Zentrale Punkte seien noch in Vorbereitung, sagte eine Firmensprecherin auf Nachfrage. Bei der BKK24 hieß es sogar, man wisse nichts von einem gemeinsamen Pilotprojekt mit AvidiaMed.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr aus Ressort
63 Jahre Zusammengehörigkeit
Janssen wird zu Johnson & Johnson
Wechsel des Großhändlers
Elac: Phoenix ist ein „Thema“

APOTHEKE ADHOC Debatte