Neuraxpharm soll an die Börse gebracht werden. Dies kündigte CEO Jörg Thomas Dierks gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) an. Ursprünglich war ein Verkauf geplant.
Wie die FAZ berichtet, hatte der Finanzinvestor Permira als Eigentümer die Investmentbanken Jefferies und J.P. Morgan mandatiert, eine Versteigerung für das Unternehmen aufzusetzen. Interessenten konnten demnach bis zum 6. Februar vorläufige Gebote abgeben. Es habe überwiegend Offerten von Finanzinvestoren gegeben, aber auch von Unternehmen der Branche, sagte Dierks der FAZ. Nach der Frist sei in der vergangenen Woche noch ein weiteres indikatives Gebot eingegangen.
Die höchsten Gebote lagen laut FAZ bei mehr als drei Milliarden Euro und damit am unteren Ende der geforderten Spanne. „Es ist kein Angebot eingegangen, das dem Bewertungspotential, das Permira oder das Management sieht, gerecht geworden ist“, sagte Dierks. Er hatte im Oktober einen Eignerwechsel noch im Verlauf des Jahres 2026 als hochwahrscheinlich bezeichnet.
Das bleibe auch weiterhin eine Option: „Ist der Prozess offiziell angehalten? Nein“, sagte Dierks: „Ich will auch nicht ausschließen, dass es noch eine Möglichkeit gibt, dass man sich irgendwann mit jemandem einigt.“
Vor allem das von der US-Entwicklungsfirma TG Therapeutics einlizenzierte MS-Mittel Briumvi (Tegomilfumarat) gilt bei Neuraxpharm als Hoffnungsträger. Laut Dierks hat das Präparat das Zeug zum Blockbuster mit einem Jahresumsatz im Milliardenbereich. „Wir werden in unserer Zielsetzung innerhalb der nächsten fünf Jahre den Umsatz verdreifachen“, sagte Dierks. Zu den dann 1,6 Milliarden Euro Umsatz solle Briumvi etwa 500 Millionen Euro beisteuern.
Permira hatte Neuraxpharm 2020 von der Beteiligungsgesellschaft Apax für etwa 1,6 Milliarden Euro erworben. Apax hatte den auf ZNS-Präparate spezialisierten Hersteller vier Jahre zuvor von der Strüngmann-Familie übernommen und später mit dem spanischen Lohn- und Generikahersteller Invent fusioniert. Eingefädelt worden war der Deal vom ehemaligen Stada-CEO Dr. Claudio Albrecht. Seitdem hat es eine ganze Reihe von Zukäufen gegeben.
Neuraxpharm erzielte im vergangenen Jahr 531 Millionen Euro Umsatz und soll im laufenden Jahr 630 Millionen Euro erreichen. Das Ebitda wurde in der Branche zuletzt mit etwa 200 Millionen Euro veranschlagt. „In diesem Jahr werden es über 220 Millionen Euro“, sagte Dierks. Etwa 95 Prozent der Anteile hält Permira, den Rest das Management.
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