Apothekenhonorar

MVDA: Verkettung von Fehlentscheidungen

, Uhr
Berlin -

Von Anfang an hatte der Marketing Verein Deutscher Apotheker (MVDA) sich gegen die Festschreibung des Kassenabschlags gestellt. Dass die ABDA jetzt in Sachen Apothekenhonorar eine Absage nach der anderen kassiert, war laut MVDA daher absehbar: „DAV und ABDA haben die Apotheken in Sachen Honorar selbst ins Abseits manövriert – und dies durch eine Verkettung von Fehlentscheidungen kombiniert mit unerledigten Hausaufgaben“, schreiben Wolfgang Simons und Ulrich Ströh in ihrem letzten Präsidentenbrief.

Seit 2012 hat die ABDA laut MVDA zwei Kardinalfehler begangen: Bis heute sei keine Methode zur Berechnung des Apothekenhonorars zur Diskussion gestellt worden. Außerdem sei mit dem „Abgesang an das Selbstverwaltungsprinzip“ klar gewesen, dass ABDA und DAV sich selbst – und damit die Apotheken – dem Willen des Gesetzgebers ausliefern.

„Warum sollte der Gesetzgeber einer regelmäßigen Honorarüberprüfung zusagen? Und was brächte uns Basisapothekern eine solche Zusage?“ Nichts, finden Simons und Ströh: Wer über gute Argumente wie ein schlüssiges Rechenmodell verfüge, bedürfe einer solchen Zusage nicht. „Er hätte dann auch im Rahmen der Selbstverwaltung verhandeln oder auf den Gesetzgeber zugehen, seine Argumente vortragen und die entsprechende Forderung valide quantifizieren können.“

Die daraus resultierenden, negativen Effekte werden laut Schreiben nunmehr sicht- und bald auch spürbar: „Im Ergebnis steht ein sehr gefährlicher finanzieller Stillstand für alle Apotheken – egal ob diese über ihre etwaige LAV-Mitgliedschaft beziehungsweise die verpflichtende Kammerzugehörigkeit die ABDA einfach oder doppelt mitfinanzieren.“

„Wie sollen wir weiter in unsere Zukunft, zum Beispiel in Programme zur Steigerung der Arzneimitteltherapiesicherheit und qualifiziertes Personal, investieren, wenn der Unternehmerlohn auf der Strecke bleibt“, fragen Simons und Ströh. ABDA und DAV müssten in diesem Punkt nacharbeiten. „'Abtauchen' und Tee trinken bringt uns keinen Millimeter voran. “

Der MVDA fordert die Landesapothekerverbände auf, mit Nachdruck auf DAV und ABDA einzuwirken. „Wir Basisapotheker können nur dann erfolgreich Heilberufler sein, wenn die betriebswirtschaftliche Grundlage stimmt. “

Von der Ärzteschaft könnten DAV und ABDA lernen. „Sie steht erneut vor der Erreichung einer spürbar verbesserten Vergütung. Von einem solchen Erfolg träumen wir – der Ärzteschaft ist aufrichtig zu gratulieren! “

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Noweda fragt nach Verbraucherinteressen
Umfrage: Verfügbarkeitsabfrage wichtiger als Online-Shop
„How Pharmacies Were Ruined By Corporate Greed“
USA: Warum niemand in CVS-Apotheken arbeiten will
Mehr aus Ressort
BGH entscheidet zu Abfindung
Stada: Aktionäre bekommen Nachschlag

APOTHEKE ADHOC Debatte