Mikronährstoffe

Vitaminbaukasten für Apotheken

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Berlin -

Vitamine für sie und ihn, für jung und alt, für gesund und krank. In der Sichtwahl kämpfen die Hersteller mit immer neuen Produkten um die Gunst der Apothekenkunden. Alleine von Orthomol gibt es mehr als 20 verschiedene Varianten, von Centrum (Pfizer) acht. Für Verbraucher, die es noch passgenauer mögen, gibt es vom Schweizer Unternehmen Hepart etwas ganz Spezielles: Seit mittlerweile 20 Jahren bietet der Hersteller Apotheken Einzel- und Grundmischungen von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen an.

In Apotheken können diese Grundmischungen je nach Bedarf des Kunden zu individuell angefertigten Vitaminpräparaten zusammengestellt werden – rechtliche und orthomolekulare Kenntnisse vorausgesetzt.

Damit in der Offizin der Bedarf des einzelnen Kunden ermittelt werden kann, stellt Hepart einen Fragebogen zur Verfügung: Hier werden Ernährungsgewohnheiten, körperliche und psychische Belastung, Umwelteinflüsse und Arzneimitteleinahme abgefragt. Alternativ können Laboranalysen des Bluts, Urins oder des Speichels Aufschluss geben. Eine weitere Möglichkeit stellt die Dosierung nach Indikation dar.

Über eine spezielle Software können Apotheken die Mischungen berechnen lassen. Ein Grundwissen im Bereich der orthomolekularen Medizin sei allerdings trotzdem notwendig, sagt eine Firmensprecherin. Hepart bietet daher auch regelmäßig Kongresse und Fortbildungen an.

In Deutschland vertreibt die Tochtergesellschaft Unisan die sogenannten HCK-Mikronährstoffe seit sieben Jahren. HCK steht für „HydroCellKey“ und ist eine patentierte Technologie. Die Idee: Damit der Körper die Vitaminmischungen besonders gut verwerten kann, sind die Nährstoffe in Guarkernmehl eingebettet.

Die Mischung wird zusammen mit Wasser eingenommen und quillt dann in Magen und Darm auf – ein natürlicher Retardierungseffekt wird erreicht. Bestimmte Mikronährstoffe, die zeitabhängig resorbiert werden, wie zum Beispiel Vitamin C, können so besser verwertet werden. Die Resorptionseigenschaften sollen denen von Obst und Gemüse nachempfunden werden.

Etwa 200 Apotheken in Deutschland bieten laut Unisan die patentierten HCK-Produkte regelmäßig aktiv an. Insgesamt seien etwa 1000 Apotheken Kunde. Apotheken können einzelne Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminösäuren bestellen. Zusätzlich bietet der Hersteller sekundäre Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Bioflavonoide, Catechin-Extrakt, Isoflavone und Silymarin an.

Allerdings setzt die Herstellung der individuellen Mischungen auch ausreichend Rechtskenntnisse voraus. Denn die Mischungen können nicht immer als Arzneimittel im Sinne einer Rezeptur oder Defektur angefertigt werden: Je nach Dosierung gelten die Vorschriften für Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Präparate.

So ist Zink ab einer Dosierung von 25 Milligramm ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Für Magnesiumverbindungen gilt laut Diätverordnung, dass auch Kalium und Calcium in einem bestimmten Verhältnis zueinander beigemengt sein müssen. Auch die speziellen Kennzeichnungsvorschriften müssen eingehalten werden.

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