Pharmahersteller

Merckle Recordati verliert bei Claversal

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Der Ulmer Pharmahersteller Merckle Recordati musste im vergangenen Jahr Umsatzrückgänge bei zwei seiner wichtigsten Arzneimittel hinnehmen: Wegen einer Festbetragsabsenkung zum 1. April wurden die Preise für Claversal (Mesalazin) zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen um mehr als 11 Prozent gesenkt. Zudem lief im Januar der Patentschutz für das Bluthochdruckmittel Corifeo (Lercanidipin) aus.

Die Umsatzverluste konnte die Tochter der italienischen Recordati-Gruppe nur teilweise mit anderen Präparaten ausgleichen. Insgesamt ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf rund 61 Millionen Euro zurück. Wachstumsträger waren vor allem das Bluthochdruckmittel Zanipress (Lercanidipin, Enalapril), das Muskelrelaxans Ortoton (Methocarbamol) und Reconsyn zur Arthrosebehandlung. Daneben wurde in Deutschland im Juni das Prostatamittel Urorec (Silodosin) eingeführt. Kostenmanagement, effizientere Strukturen - etwa bei der Aufstellung des Außendienstes - und geringere Abschreibungen als 2009 sorgten für einen Sprung beim operativen Ergebnis, das sich auf 7,6 Millionen Euro verdoppelte.

Der Mutterkonzern Recordati setzte 2010 insgesamt 728,1 Millionen Euro um (minus 2,6 Prozent), der Gewinn ging um 1,8 Prozent auf 108,6 Millionen Euro zurück - unter anderem wegen dem Patentauslauf für Lercanidipin. Der Konzern mit Hauptsitz in Mailand beschäftigt weltweit rund 3000 Mitarbeiter.

Recordati hatte 2005 die Originalia-Sparte der Merckle-Gruppe übernommen. Die deutsche Tochter vertreibt mit rund 180 Mitarbeitern vor allem Arzneimittel aus den Bereichen Gastroentereologie, Orthopädie/Sportmedizin und Urologie. Zum OTC-Portfolio des Unternehmens gehören die Marken Dolobene, Mirfulan, Osteoplus, Silibene, Flosa und Hylak.

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