Porträt

Leo Pharma: Der hungrige Löwe

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Berlin -

Der dänische Hersteller Leo Pharma hat im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt. Seit 2007 ist das Unternehmen damit um 48 Prozent gewachsen. Zum Vergleich: Der Insulinhersteller Novo Nordisk hat im gleichen Zeitraum um 59 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro zugelegt, der ZNS-Spezialist Lundbeck ist um 43 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gewachsen. Um den Anschluss zu den beiden dänischen Marktführern nicht zu verlieren, sucht das Löwen-Unternehmen jetzt neue Produkte.

 

Leo Pharma will sein Portfolio ausbauen. Alle verschreibungspflichtigen Dermatologika mit einem Umsatzpotenzial von mehr als 75 Millionen Euro seien interessant, sagte Kristian Lykke Fick, Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung. Im Fokus stehen neben den bereits existierenden Indikationen– Hautkrebs, Psoriasis, Akne – auch neue therapeutische Bereiche.

Jährlich würden dem Unternehmen 500 neue Produkte angeboten, sagte Fick. Davon seien 100 interessant genug für einen zweiten Blick. Nach einer sorgfältigen Auswahl blieben ungefähr zehn, über die am Ende verhandelt werde.

Zum Portfolio von Leo Pharma gehören heute unter anderem Innohep (Tinzaparin), Fucidine (Fusidinsäure), Psorcutan (Calcipotriol), EinsAlpha (Alfacalcidol) oder Daivobet (Calcipotriol/Betamethason). Der Hersteller beschäftigt in 61 Ländern mehr als 4600 Mitarbeiter. Die deutsche Tochter wurde 1992 in Neu-Isenburg eröffnet, 180 Angestellte erwirtschafteten zuletzt Erlöse von 66 Millionen Euro (plus 10 Prozent).

 

 

Der Ursprung des Unternehmens liegt – wie so oft – in einer Offizin: 1908 hatten die Pharmazeuten August Kongsted und Anton Antons die Leo Apotheke in Kopenhagen gekauft. Daraus entwickelten sie eine Fabrik.

Ihr erstes Produkt war das Schmerzmittel Albyl. Bereits 1914 expandierte Leo Pharma nach Schweden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Leo Pharma außerhalb der USA und Großbritanniens der erste Hersteller, der Penicillin produzierte.

Das Unternehmen mit Sitz in Ballerup war 75 Jahre lang in Familienbesitz, bevor es 1984 unter der Regie von Kongsteds Tochter Gertrud und ihrem Mann Dr. Knud Abilgaard in das Eigentum der privaten Leo-Stiftung überging. Seitdem werden die Gewinne in die Forschung und die Entwicklung neuer Medikamente investiert. Die Kriegskasse dürfte also gefüllt sein.

 

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