Pharmahandelskonzerne

„Kronprinz“ für Celesio

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Berlin -

Stephan Borchert ist seit knapp einem Jahr bei Celesio. Jetzt übernimmt er im Vorstand das Schlüsselressort: Als „Chief Marketing Officer“ ist der ehemalige Douglas-Manager seit 1. Juni für den neu geschaffenen Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Mit anderen Worten: Borchert wird bei Celesio das, was Konzernchef Markus Pinger bei Beiersdorf war. Der „Kronprinz“.

 

Bislang war Borchert im Vorstand für die Apothekenketten von Celesio zuständig. Doch offenbar ist der 43-Jährige für den nur sechs Jahre älteren Pinger der erste Ansprechpartner. In Borcherts Ressort werden alle Konzepte ausgedacht, mit denen sich Celesio am Markt profilieren soll. Im Fokus steht dabei der Endkunde: Was dem Verbraucher nützt, ist auch für Apotheken, Großhandel und Hersteller wichtig.

Das Paket, an dem Pinger und Borchert seit vergangenem Sommer feilen, umfasst nach Konzernangaben Service- und Beratungsleistungen, die der Apotheker seinen Kunden anbietet, und Serviceleistungen, mit denen die Verwaltung der Apotheke erleichtert oder deren Lieferfähigkeit verbessert wird. Zielgruppe sind sowohl die eigenen, als auch die Partnerapotheken, die im Rahmen eines europäischen Apothekennetzwerks verbunden werden sollen.

Der Aufstieg von Borchert bedingt die bereits vor einigen Tagen kolportierte Degradierung des langjährigen Großhandelsvorstands Wolfgang Mähr. Der soll „Chief Operating Officer“ werden, sich also um die Beschaffungs- und Logistikaktivitäten und das „Qualitäts- und Regulierungsmanagement“ kümmern. Klingt einigermaßen trocken, und ist es vermutlich auch. Vielleicht wird Mähr in Kürze doch noch seinen Abschied bekannt geben.

 

 

Immerhin bleibt ihm die Verantwortung für die Schlüsselmärkte Frankreich und Deutschland sowie für Österreich, Belgien und Portugal. Reisen nach Brasilien wird es dagegen vermutlich nicht mehr geben: Für den neuen Markt ist – ebenso wie für Großbritannien, Irland (Apotheken), Schweden, Norwegen, Dänemark, Italien und Slowenien – Borchert zuständig.

Um die zum Verkauf stehenden Aktivitäten in Tschechien sowie die bereits in ein Joint Venture mit Phoenix eingebrachten und nur noch als Investment geführten niederländischen Apotheken kümmert sich Finanzchefin Marion Helmes. Bei ihr ist auch der irische Großhandel angesiedelt – der also offensichtlich ebenfalls verkauft wird.

„Celesio wird zukünftig weltweit einheitlich als ein Unternehmen mit klarer Identität und effizienten Strukturen auftreten“, findet Pinger. „In allen Ländern wird Celesio durch eine Landesgesellschaft repräsentiert, in die das jeweils operative Geschäft und die den Kunden bekannte Marken eingegliedert werden.“

Dort, wo es bisher nach Großhandel und Apothekengeschäft getrennte Landesgesellschaften gab, werden diese unter einem Celesio-Dach zusammengeführt. „Durch die Integration von Großhandel und Apothekengeschäft werden wir auch auf Länderebene Synergien heben können und dadurch unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern.“

 

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