Lebensmittelmarkt

Kein „Functional Food“ aus Apotheken

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Probiotische Getränke, cholesterinsenkende Nahrungszusätze: Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Stoffen sind ein großer und immer noch wachsender Markt in Deutschland. Apotheker beteiligen sich an diesem Geschäft indes nur wenig und überlassen die hohen Renditen dem Lebensmitteleinzelhandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bad Homburger Management-Beratung Dölle, berichtet das „Handelsblatt“.

So warteten beispielsweise beim Marktführer „Edeka“ Ernährungsexperten in der Nähe der Obst- und Gemüsetheken, um die Kunden zu beraten. Hauptzielgruppe solcher Aktionen seien betuchte Personen über 50 - eine wachsende Zielgruppe. In den USA lässt die Supermarktkette Wal-Mart ihre Kunden sogar von Ärzten betreuen, die auch Medikamente verkaufen und Injektionen setzen. Auch in japanischen Supermärkten sind die Regale laut „Handelsblatt" mit vielen angereicherten Lebensmittel gefüllt.

Dass deutsche Apotheker diesen Boom an sich vorbeiziehen lassen, ist laut „Handelsblatt“ unverständlich. Doch es gibt einen Grund, warum Apotheken ihr Sortiment nicht um das so genannte Functional Food erweitern: „Den meisten dieser Produkte fehlt der Nachweis der Wirksamkeit“, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, gegenüber der Wirtschaftszeitung. Er könnte Recht haben: Für die Apotheker steht ihr Ruf als kompetenter Gesundheitsexperter auf dem Spiel.

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