Reimporteure

Kaufangebot für ACA Müller

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Berlin -

Der Reimporteur ACA Müller AG steht vor einem Eigentümerwechsel. Der Firmengründer und Mehrheitsaktionär Arthur Müller verhandelt mit Investoren: Delta Equity aus München will Müllers Anteile an dem Gottmadinger Unternehmen übernehmen. Doch der Haupteigentümer lehnt vorerst ab und fordert Nachbesserungen.

Müller hält gemeinsam mit seiner Familie nach eigenen Angaben 71 Prozent der Anteile. Bislang ist er vom Angebot des Investors noch nicht überzeugt. „Es geht um eine Freistellungsklausel, die noch nicht richtig formuliert ist“, sagt er. Zudem verlange das Münchener Unternehmen, dass er eine Garantie für die Geschäftslage abgebe, was er nicht könne. „Der Vertrag war zu einseitig und wurde schon sieben bis achtmal nachgebessert“, so Müller.

Mit dem Verkauf sollen alle Streitigkeiten zwischen dem Firmengründer und der neuen Geschäftsleitung beigelegt werden. Vor zwei Jahren hatte der damalige Aufsichtsrat Müller überraschend aus dem Vorstand abberufen. Es hatte Streit um Geld und Personalien gegeben. Nach mehreren Vorstands- und Aufsichtsratswechseln hat sich die Lage in den vergangenen Monaten entspannt.

Die neuen Vorstände Dr. Hans Christian Marenbach und Franz Kutschera strukturierten die Abläufe in den vergangenen Monaten um. Mit langfristigen Lieferantenverträge und einer Verschlankung des Arzneimittel-Sortiments soll die Defektquote weiter reduziert werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Reimporteur einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird ein Plus im zweistelligen Prozentbereich angestrebt.

Zuspruch für die Geschäftspolitik gibt es auch vom Firmengründer: Es gebe durchaus Chancen, dass die Vorstände die ACA Müller erfolgreich weiterführen könnten, so Müller. Allerdings ist der Umgang aus seiner Sicht „alles andere als harmonisch“.

In Gottmadingen haben bereits mehrere Investoren Einsicht in die Bücher erhalten. „Soweit uns bekannt ist, ist Müller in sehr konkreten Verhandlungen mit einem Investor“, sagt Vorstand Dr. Hans Christian Marenbach. Einen Verkauf will die Geschäftsleitung zwar nicht bewerten, macht sich jedoch um die selbstgesteckten Ziele keine Sorgen. „Die Kontinuität der eingeleiteten Umstrukturierungen und Investitionen wird sich mit einem neuen Eigentümer fortsetzen“, so Marenbach.

Trotz der Verkaufspläne hält Müller an der Forderung auf die Ausschüttung der Dividenden für die Jahre 2009 bis 2011 fest. Deshalb sei Antrag auf die Einberufung einer Hauptversammlung gestellt worden. Dann soll über die Dividendenzahlungen von jeweils 600.000 Euro entschieden werden, so Müller.

Im Apothekengeschäft will Müller auch nach dem Verkauf weiter aktiv bleiben. Er ist Geschäftsführer und Alleingesellschafter der ACA Müller ADAG Pharma in Hilzingen. Das Unternehmen exportiert Arzneimittel. Die Ware erhält Müller von mehr als 150 Apotheken mit Großhandelserlaubnis. Das Geschäft solle weiter ausgebaut werden, so Müller.

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