Versandhandel

Kammer prüft DocMorris-Pick-up

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Die Apothekerkammer Schleswig-Holstein will das Pick-up-Modell von zwei DocMorris-Apotheken in Pinneberg und Elmshorn rechtlich überprüfen lassen. Die Kammer sieht darin einen Verstoß gegen die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Doch die zuständigen Behörden wollen offenbar zunächst nicht aktiv werden.

Seit gut drei Wochen sammeln die beiden DocMorris-Apotheken Rezepte für die gleichnamige Versandapotheke mit Sitz im niederländischen Heerlen. Die Kunden können ihre Arzneimittel später in den Apotheken vor Ort abholen und erhalten Preisnachlässe auf verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Apotheken bekommen für die Rezeptvermittlung eine Vergütung.

Aus Sicht der Kammer überlässt die deutsche Apotheke damit Teile des Betriebs einem Dritten, was gegen die ApBetrO verstoße. Die Kammer hat deshalb das zuständige Sozialministerium gebeten, den Fall zu überprüfen. Doch laut Kammer-Geschäftsführer Frank Jaschkowski will die Behörde nichts unternehmen, sondern zunächst den Ausgang eines Verfahrens um das Pick-up-Konzept „Vorteil24“ in Nordrhein-Westfalen abwarten. Gegen den Apotheker der Kooperation Linda strebt der Kreis Euskirchen ein verwaltungsgerichtliches Verfahren an.

Die Kammer in Schleswig-Holstein will nun prüfen, ob sie selbst berufsrechtlich gegen die DocMorris-Apotheken aktiv werden kann. Bei der Vorstandssitzung im Juni soll das Thema wieder auf die Tagesordnung. Die Kritik, die Kammer habe sich nicht vorab mit den DocMorris-Apotheken in Verbindung gesetzt, weist Geschäftsführer Frank Jaschkowski zurück: „Wir finden es auch ungewöhnlich, dass man eine so weitreichende Aktion startet, ohne vorher die Kammer zu informieren“, sagte er gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Die DocMorris-Apotheken wollen nun zunächst abwarten, was passiert. Bislang werde das Modell gut angenommen, sagte der kaufmännische Leiter Claus Niemeyer. Konkrete Kundenzahlen soll er aber vorerst nicht verraten. Das Konzept hatte er zuvor von den Celesio-Juristen prüfen lassen. Beim DocMorris-Mutterkonzern hält man das Pick-up-Modell für rechtssicher.

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