Generikakonzerne

Hexal/Sandoz auf Talfahrt

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Der schweizerische Pharmakonzern Novartis ist mit seiner Generikasparte Sandoz in Deutschland weiter auf Talfahrt. Nachdem Hexal/1A/Sandoz/Neocorp im ersten Quartal 27 Prozent an Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum verloren hatten, lagen auch im zweiten Quartal die Erlöse 15 Prozent niedriger. Weil das Generikageschäft ansonsten brummt, dürfte der Druck innerhalb des Konzerns steigen.

Insgesamt setzten die deutschen Generikatöchter von Novartis im ersten Halbjahr 649 Millionen US-Dollar (knapp 460 Millionen Euro) um, das sind 21 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2010. Bereits im vergangenen Jahr war der Umsatz hierzulande um 6 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar (1,14 Milliarden Euro) zurückgegangen.

Als Gründe nennt Novartis starke Vorjahreswerte, niedrigere Festbeträge sowie Preiseffekte infolge der Rabattverträge. Die mit dem AMNOG erweiterten Substitutionsregeln gehen dem Vernehmen nach zu Lasten der Großen; demnach hat die gesamte Generikabranche 22 Prozent eingebüßt.

Der Abstand des Konzerns zur Teva/Ratiopharm-Gruppe sei nach wie vor stabil, heißt es bei Hexal/Sandoz. Innerhalb des Konzerns stehen die deutschen Generikatöchter allerdings schlecht da, denn weltweit stiegen die Generikaumsätze um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro).

Auch insgesamt beeindruckt das Zahlentableau: Der Konzernumsatz stieg im Halbjahr um 16 Prozent auf 28,9 Milliarden Dollar, operatives Ergebnis und Reingewinn kletterten um jeweils 7 Prozent auf 6,7 beziehungsweise 5,5 Milliarden Dollar. Auf die Pharmasparte entfielen Erlöse von 16 Milliarden Dollar (plus 3 Prozent). Das Geschäft mit Ophthalmika stieg nach der Alcon-Übernahme auf 5 Milliarden Dollar. Die Sparte Consumer Health (OTC, Veterinärarzneimittel) brachte Erlöse von 2,4 Milliarden Dollar (plus 8 Prozent), die Impfstoffsparte nach dem Wegfall des Pandemiegeschäfts 670 Millionen Dollar (minus 66 Prozent).

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem zweistelligen Umsatzplus und einer Verbesserung der Gewinnmarge. Die Beschränkung der Dividendenausschüttung auf 35 bis 60 Prozent des Reingewinns wird aufgehoben.

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