Generikakonzerne

Stada sucht den Anschluss

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Berlin -

Das Generikageschäft der Stada in Deutschland wächst zum ersten Mal seit Jahren – doch nicht genug: In den ersten neun Monaten kletterten die Erlöse in diesem Bereich um 14 Prozent auf 226 Millionen Euro. Weil aber der Gesamtmarkt im gleichen Zeitraum wegen einiger großer Patentabläufe um 23 Prozent zulegte, sank der Marktanteil des Konzerns von 13,7 auf 12,7 Prozent. Immerhin: Im dritten Quartal nahm das Geschäft Fahrt auf.

Insbesondere die Konzerntochter Aliud legte zu: Die Erlöse kletterten um 24 Prozent auf 143 Millionen Euro. Konzernchef Hartmut Retzlaff hatte vor einem Jahr entschieden, dass nur noch die Discountlinie sich an den Ausschreibungen der Krankenkassen beteiligt. Dank eines guten dritten Quartals konnte auch Stadapharm erstmals wieder um 4 Prozent auf 61 Millionen Euro zulegen.

Negativ entwickelte sich in den ersten neun Monaten Cell pharm mit einem Minus von 9 Prozent auf 21 Millionen Euro. Der Spezialanbieter für die Indikationsgebiete Onkologie und Nephrologie hat sich für die Zukunft die Rechte für einige Biosimilars gesichert.

Rückläufig war auch das Geschäft mit Markenpräparaten wie Grippostad, Ladival und Mobilat. Nachdem schon das Vorjahr geschwächelt hatte, gingen die Erlöse um 3 Prozent auf 94 Millionen Euro zurück. 2014 hatte der Konzern erst im Schlussspurt wegen der Erkältungswelle Punkte geholt: Das vierte Quartal war doppelt so stark wie 2013.

Insgesamt erlöste die Stada in den ersten neun Monaten 1,53 Milliarden Euro, das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 90 Millionen Euro, nach 99 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wegen hoher Abschreibungen im vierten Quartal war der Konzern im Gesamtjahr mit einem Überschuss von 65 Millionen Euro aus dem Rennen gegangen.

In Zentraleuropa legten die Umsätze um 5 Prozent auf 728 Millionen Euro zu, im asiatischen Raum sogar um 62 Prozent auf 107 Millionen Euro. In Osteuropa sanken die Erlöse um 8 Prozent auf 354 Millionen Euro, wobei Russland mit 202 Millionen Euro sogar 14 Prozent unter Vorjahr lag.

Währungsbereinigt lag das Geschäft in Russland trotz unveränderter Kaufzurückhaltung bei den Endverbrauchern 18 Prozent über Vorjahr. Während sich der Umsatz im ersten Quartal noch um 21 Prozent reduziert hatte, verzeichnete er im zweiten Quartal einen Anstieg von 18 Prozent und im dritten Quartal eine Steigerung von 60 Prozent. Um ihre strategische Wettbewerbsposition zu festigen, hatte die Stada Ware mit Faktura ausgeliefert.

Retzlaff sagte, er sei mit dem Geschäftsverlauf insgesamt zufrieden. Die Ertragskennzahlen seien weniger stark rückläufig als erwartet. Wegen der anhalten Krise in Russland sei man mit „sehr schwierigen Rahmenbedingungen“ konfrontiert. Der Vorstand geht für das laufende Geschäftsjahr davon aus, beim um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigten Konzernumsatz ein leichtes Wachstum erzielen zu können. Auf Basis der aktuellen Wechselkurse sei mit einem deutlichen Rückgang auf der Ertragsseite zu rechnen.

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