Apotheken-EDV

Falschmeldung bei Pramipexol

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Nach einem Patentablauf zählt für die Generikahersteller jeder Tag: Sie müssen möglichst schnell ein eigenes Präparat in der Apotheke haben, sich Umsätze sichern und rechtzeitig Marktanteile gewinnen. Dabei wird mit Haken und Ösen gekämpft: So haben gleich mehrere Generikafirmen ein Pramipexol-Präparat gemeldet, bevor der Patentschutz abgelaufen war. Doch das Manöver wurde vom Originalhersteller ausgebremst und hätte den Herstellern ihren Markteintritt beinahe vollkommen verdorben.

Das Parkinsonmittel wird im Original als Sifrol von Boehringer Ingelheim vermarktet. Der Patentschutz endete am 18. Dezember. Die Software der Apotheken wird aber immer zum Monatsbeginn und am 15. aktualisiert. Dem Vernehmen nach hatten gleich mehrere Generikahersteller ihre Pramipexol-Präparate bereits zum 15. Dezember gemeldet.

Boehringer hatte dagegen protestiert und eine Änderung der Daten bei der ABDATA gefordert. Mit Erfolg: In die Lauer-Taxe wurden sämtliche Pramipexol-Generika zum 1. Januar gelistet. Damit hatte Boehringer sogar einen halben Monat Exklusivstatus gewonnen.

Beinahe hätten die Generikafirmen sogar noch mehr Zeit verloren: Denn als die Meldungen zum 15. Dezember korrigiert wurden, war die Meldefrist zum Jahreswechsel schon abgelaufen. Entsprechend wären die Generika in der Software erst Mitte Januar angezeigt worden. Doch offenbar konnte auch dieses Problem von der ABDATA kurzfristig gelöst werden.

Zu den Hintergründen wollten sich die Beteiligten auf Nachfrage nicht äußern. Boehringer lehnte eine Stellungnahme ab. Bei der Informationsstelle für Arzneispezialitäten (IFA) hieß es, zu internen Vorgängen dürften aus Datenschutzgründen keine Auskünfte erteilt werden. Die IFA liefert die Meldungen der Pharmafirmen an die ABDATA. Doch auch die ABDA-Tochter konnte zum Fall Pramipexol keine weiteren Angaben machen.

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