Facebook erlaubt Vagisan wieder

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Berlin -

Drei Wochen hat Facebook die Produktseite der Marke Vagisan von Dr. August Wolff abgeschaltet. Jetzt ist sie wieder online, nachdem der Bielefelder Arzneimittel- und Kosmetikhersteller die unangekündigte Sperrung als „Intimzensur“ kritisiert hatte.

Facebook nahm die Produkteseite mit rund 9000 Fans vom Netz, weil sie gegen „Gemeinschaftsstandards zu reglementierten Gütern“ verstoße. Der Vorwurf beziehe sich auf Kategorien wie Gewalt und kriminelles Verhalten, Sicherheit zum Beispiel Suizid, Mobbing und sexuelle Ausbeutung sowie anstößige Inhalte wie Gewaltdarstellungen oder Nacktheit. „Ein Zusammenhang, der bezogen auf medizinisch-gynäkologische Produkte der Marke Vagisan und angesichts einer wissenschaftsbasierten Kommunikation völlig willkürlich erscheint“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Die Sperrung der seit fünf Jahren bestehenden Seite sei unangekündigt vollzogen worden. Die Abschaltung betraf nur den deutschen Kanal. Die internationale Facebook-Seite mit rund 9000 Fans ist noch online. Auch beim Tochter-Netzwerk Instagram war die Marke noch mit Produktseiten präsent.

Kritik an der Werbung für Vagisan ist für das Unternehmen nicht neu: 2013 lehnten mehr als 20 Medien eine Veröffentlichung von Anzeigen ab. Als Grund werde auf die Verletzung der selbst auferlegten Richtlinien verwiesen, die sich angeblich an gesellschaftlichen Normen orientierten. Der Hersteller warf den Verlagen Zensur vor. Die Feuchtcreme ist seit 2008 auf dem Markt.

Zur Pharmasparte gehört außerdem die Marke Linola. Der Bereich macht rund 30 Prozent des Umsatzes aus. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2020 mit rund 780 Mitarbeitern Verkaufserlöse von rund 341 Millionen Euro, ein Plus von 8,5 Prozent. Zur Gruppe gehört auch der Kosmetikbereich Dr. Kurt Wolff (Alcina, Alpecin, Bioniq Repair-Zahncreme, Karex, Plantur). Das Bielefelder Familienunternehmen geht auf die 1905 gegründeten der „Sudbracker Nährmittelwerke Vinces“ zurück.

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