Drogeriekette

Ex-Gehe-Manager baut Rossmann-Apotheke

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Berlin -

Wie Konkurrent dm setzt auch Rossmann beim Einstieg ins Apothekengeschäft auf einen erfahrenen Manager. Ein früherer Gehe-Mann soll die Versandapotheke in den Niederlanden aufbauen.

Philipp Storb ist einer von zwei Geschäftsführern der Rossmann-Apotheke mit Sitz in Emmen. Gemeinsam mit Malte Held, einem langjährigen leitenden Mitarbeiter von Rossmann aus dem Bereich Einkauf, ist er für den Aufbau der Versandapotheke verantwortlich.

Storb ist Wirtschaftsingenieur und war Ende 2009 von der Unternehmensberatung Kienbaum zu Gehe gekommen. Zunächst war er Assistent des damaligen Geschäftsführers André Blümel, später wechselte er in den Vertrieb: Im Herbst 2012 übernahm er die Leitung Key Account, außerdem war er im Bereich National Gruppen und Versandhandel tätig. Ab Februar 2015 war er außerdem für den Bereich External Affairs zuständig, saß etwa im Brasilien-Board beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Im Frühjahr 2016 wurde ihm als Regionalleiter Nord die Verantwortung für den Vertrieb in Hamburg, Delmenhorst, Porta Westfalica und Schwerin übertragen.

Im Juli 2017 wechselte er zu DocMorris/Zur Rose, wo er bis September 2021 als Vice President den gesamten Einkauf verantwortete. Nach einem Zwischenstopp beim Drogerielieferanten Windstar Medical (SOS) wechselte er zum Aponeo-Mutterkonzern Atida, wo er im Sommer vergangenen Jahres ausschied.

Gehe-Chefs beliebt bei Drogerien

Auch dm hat einen früheren Gehe-Manager mit dem Aufbau seiner Versandapotheke betraut: Tobias Frömbling führte seit Frühjahr 2024 die Gespräche mit der Industrie; er hat bei der dm-Apotheke allerdings offiziell keine leitende Funktion. Frömbling war von 2019 bis 2022 Mitglied in der Geschäftsleitung von Gehe und für das Marketing sowie die Kooperation „Gesund leben“ verantwortlich.

Dass die beiden Drogerieketten parallel und nach ähnlichem Muster starten, wird kein Zufall sein. Raoul Roßmann sagte gegenüber der Lebensmittelzeitung, er bedanke sich bei dm „für die Inspiration“: Er selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, ein Apothekenangebot zu starten.

Tatsächlich dürfte der Einstieg der beiden Handelsriesen in den Versandhandel vor allem eine politische Komponente haben: Wenn beide Drogeriekonzerne sich aufmachen, den Apothekenmarkt anzugreifen, dürfte das mehr Strahlkraft haben als wenn nur einer in diesem Bereich umherlichtert. Bei dm lief der erste Monat jedenfalls so schlecht, dass man selbst in der Industrie überrascht ist. Aber das dürfte Konzernchef Christoph Werner einkalkuliert haben. Denn am Ende soll es um mehr gehen als um OTC-Päckchen aus Tschechien oder Holland.

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