Erkältungsmittel

Warentest warnt vor Fehlkäufen in Apotheken

, Uhr aktualisiert am 23.12.2015 15:27 Uhr
Berlin -

Stiftung Warentest empfiehlt in der aktuellen Ausgabe 50 Erkältungspräparate. Die Tester listen die nach eigenem Bekunden „günstigsten besten Mittel“ aus ihrer Datenbank auf. „Nicht jedes Produkt, das Apotheken und Drogeriemärkte bewerben, ist eine gute Wahl“, heißt es. Mit der Auswahl könnten sich Patienten teure Fehlkäufe ersparen.

Warentest unterteilt die Übersicht der 50 Präparate in die vier Kategorien Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber. Erkältungen verliefen meist komplikationslos und ließen sich gut selbst behandeln. „Gehen Sie jedes Symptom separat an“, empfehlen die Tester. Kombinationspräparate seien wenig geeignet.

Kombinationspräparate bei Erkältungen stehen immer wieder in der Kritik. Verschiedene Wissenschaftler hatten sich gegenüber der „Welt“ im Oktober dafür ausgesprochen, diese Arzneimittel differenzierter zu betrachten. Professor Dr. Gerd Glaeske, ein Gegner von Kombipräparaten, kontert gegenüber Warentest: Keine der einbezogenen Studien entspreche den strengen Kriterien der Stiftung Warentest. Der Pharmakologe ist Leiter der Warentest-Expertengruppe. Die wissenschaftlichen Untersuchungen belegten nicht, dass der Zugewinn an Nutzen das Risiko von Nebenwirkungen übersteige, sagte er.

Gegen verstopfte Nasen empfiehlt Warentest Mittel mit dem Wirkstoff Xylometazolin wie Snup Schnupfenspray von Stada, Nasenspray Ratiopharm für Erwachsene oder Imidin von Aristo. Auch Produkte mit Oxymetazolin wie das Nasivin Dosierspray für Erwachsene und Schulkinder seien geeignet. Um die Gewöhnung zu vermeiden, sollten Patienten die Sprays maximal fünf bis sieben Tage einnehmen, heißt es. Für Kinder eigneten sich niedrig dosierte Mittel. Auch salzhaltige Produkte wie Olynth salin oder Lösungen mit Dexpanthenol werden empfohlen.

Bei Reizhusten ohne Auswurf seien Produkte mit Dextromethorphan geeignet. Auch hier empfehlen die Tester Präparate des Generikaherstellers Ratiopharm sowie Wick Hustenpastillen gegen Reizhusten und Husten Sirup. Patienten, die die Präparate länger als drei Tage einnähmen, sollten einen Arzt aufsuchen. Präparate mit Spitzwegerich seien sanfter. Festsitzenden Schleim könnten Präparate mit Acetylcystein lösen.

Patienten mit Halsschmerzen empfiehlt Warentest Emser Pastillen von Siemens & Co. sowie Lutschtabletten mit dem Wirkstoff Ambroxol wie Mucoangin von Boehringer Ingelheim oder Präparate mit Lidokain. Schwangere, Stillende und Kinder sollten laut Warentest Tabletten mit den beiden letzt genannten Wirkstoffen sicherheitshalber nicht einnehmen. Ibuprofen und Paracetamol sind laut Warentest bei Fieber geeignet.

Die Tester widmen sich auch Hausmitteln und Kräutern. Neben Tees und Bädern geht Warentest dabei auch auf Umckaloabo von Dr. Willmar Schwabe ein. Das Produkt solle Schleimhäute schützen, Schleim lösen, Bakterien abtöten und das Immunsystem stärken. Das Mittel mit Pelargonium-Extrakt sei bei akuter Bronchitis zugelassen. Die Datenlage wird von Warentest als unklar bewertet. „Die Tropfen bewerten wir mit Einschränkung, Säfte und Tabletten wegen dürftiger Datenlage als wenig geeignet“, heißt es.

Hersteller Dr. Willmar Schwabe wehrt sich gegen diese Einschätzung: „Die gute Wirksamkeit von Umckaloabo wurde in umfangreichen Placebo- kontrollierten Studien zweifelsfrei belegt.“ Mit dem Wirkstoff sei eines der größten Studienprogramme bei Erkältungskrankheiten überhaupt durchgeführt worden. Auch die Sicherheit und Verträglichkeit von Umckaloabo seien exzellent belegt.

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