Kooperation braucht Geld

Elac: Beitrag steigt um 150 Euro

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Berlin -

Die Apothekenkooperation Elac Elysée braucht mehr Geld und erhöht die Mitgliedsbeiträge. Die Inhaberinnen und Inhaber der Guten-Tag-Apotheken müssen ab März 150 Euro mehr pro Monat zahlen. Das Wachstum etwa in den Bereichen Herstellung und Schulungen sei mit Kosten verbunden, sagt Geschäftsführer Frank Baer. Ob die Erhöhung etwas mit der Abrechnungstochter Scanacs zu tun hat, ließ er offen.

In den vergangenen 23 Jahren seien die Beiträge für Mitgliedsapotheken einmal erhöht worden, sagt Baer. „Die Elac wandelt sich seit Langem, wir haben deutlich an Mitgliedern dazugewonnen, auch in 2025 sind 50 Apotheken dazugekommen. Ein großes Wachstum mit viel Aufwand verbunden und bald ist die 600. Elac-Apotheke an Bord.“ Das sei ein Grund zum Feiern. Mit der Beitragserhöhung fließen monatlich bis zu 75.000 Euro mehr in die Kasse.

Mehr als reine Apothekenkooperation

Die Mitglieder könnten aus zusätzlichen Angeboten wie einer Schulungsplattform, einem eigenen Shopsystem mit App oder Eigenmarken wählen. Als pharmazeutischer Unternehmer sei Elacpharm bereits profitabel. „Wir führen einen eigenen Großhandel. Die Entwicklungsschritte weg von einer reinen Einkaufskooperation sind notwendig, um unseren Partnerapotheken zukunftsorientierte Mehrwerte zu bieten. Da werden auch weitere Themenfelder hinzukommen, da bin ich mir sicher“, sagt Baer. „Natürlich ist das auch mit Kosten verbunden, das dürfte jedem klar werden. Im Vergleich mit anderen Marktteilnehmern liegen wir hingegen in einem normalen Bereich.“ Weiterentwicklung sei auch mit einem höheren Personalstand verbunden.

In einer Mitteilung an die Mitglieder hieß es: „Im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern sind wir mit der monatlichen Erhöhung für die Hauptapotheke um 150 Euro und den Filialen um 100 Euro immer noch im Mittelfeld angesiedelt.“

Pro Monat kommen mit der Beitragserhöhung bis zu 75.000 Euro mehr bei der Elac an.Foto: APOTHEKE ADHOC

Scanacs als Kostentreiber?

Ein neues Feld ist auch die direkte Rezeptabrechnung über Scanacs, die Elac-Mitglieder kostenfrei nutzen können. Das Geschäft verantwortet ebenfalls Baer temporär bis Juni. Scanacs entwickele sich stetig weiter und werde 2026 auf etwa 300 Kunden kommen. Im Zuge der Beitragserhöhung kommen kritische Stimmen aus der Branche auf, die eine Querfinanzierung des Abrechners befürchten. Ob die Erhöhung der Beiträge mit Scanacs zu tun hat, ließ er unkommentiert: „Kritiker dürfen gerne Vermutungen anstellen, dagegen kann man sowieso nichts tun. Fakt ist, die Scanacs Direktabrechnung nimmt weiterhin Fahrt auf und geht auch nicht mehr weg“, sagt Baer.

„Wir sind exzellent aufgestellt vom Einkauf über Großhandelspartnerschaften mit guten Konditionen, über Marketing und Vertrieb sowie mit zukunftsweisenden Themenfeldern, die uns besonders machen.“

In Apotheken wird die Erhöhung gemischt angenommen. Bei einigen rumort es angesichts der Erhöhung von teils fast 60 Prozent. Doch es gibt auch Verständnis. Die Kosten seien überall gestiegen, sagt ein Inhaber mit drei Apotheken. Wichtig sei, dass man sich weiterhin rundum gut betreut fühle, und daran habe sich nichts geändert. Auch die Direktabrechnung werde kostenfrei getestet.

Elac verhandelt aktuell mit rund 70 Industriepartnern und ist vom Großhandel unabhängig. Die Mitglieder werden von Phoenix, Alliance Healthcare Deutschland/Gehe und AEP und verschiedenen Herstellern beliefert. Neue Apothekenmitglieder werden erst ab einem Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro aufgenommen. Die Kooperation wurde 2003 in Leipzig gegründet, 2023 kam der Hersteller Elacpharm hinzu.

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