Clemens und Hoos sollen in den Zeugenstand

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Berlin -

Vor dem Landgericht Düsseldorf wurde heute die Anklage gegen den ehemaligen AvP-Chef Mathias Wettstein verlesen. Ihm wird vorgeworfen, rund 8,8 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Das Verfahren wird in der kommenden Woche fortgesetzt, auch Insolvenzverwalter Dr. Jan-Philipp Hoos sowie der ehemalige Geschäftsführer Rolf Clemens sollen noch aussagen. Gegen Clemens wird im Zusammenhang mit der AvP-Insolvenz ebenfalls ermittelt.

Wettstein selbst hat sich nach der Anklageverlesung heute noch nicht zur Sache geäußert, will dies dem Vernehmen nach aber noch tun. Im Zeugenstand war heute nur eine Vertreterin der Ermittlungsbehörden, die die Geldflüsse von Konten der AvP-Gruppe auf Privatkonten Wettsteins dargelegt hat. Die Staatsanwaltschaft geht von verdeckten Gewinnausschüttungen in Höhe von 35 Millionen Euro aus. Damit wird auch der Zusammenhang zur Insolvenz des Rechenzentrums deutlich.

Denn gegen Wettstein und vier weitere Beschuldigte aus der Führungsebene der Unternehmensgruppe sowie Mitarbeiter wird weiterhin ermittelt. Es geht laut Staatsanwaltschaft um den Verdacht der Insolvenzverschleppung und Bankrott, Bilanz- und Urkundenfälschung, Betrug sowie Untreue. Zu den Beschuldigten zählt auch Ex-Geschäftsführer Clemens. Er soll im Steuerprozess als Zeuge aussagen.

Als Zeuge geladen ist ebenfalls Insolvenzverwalter Hoos, der aufgrund seiner tiefen Einblicke in die Geschäftsstrukturen bei AvP sicher auch etwas zum Verfahren beizutragen hat. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt.

Allein im abgetrennten Steuerstrafprozess droht Wettstein eine mehrjährige Haftstrafe, sollte es zu einer Verurteilung kommen. Immerhin ist der AvP-Chef schon wegen eines früheren Steuervergehens vorbestraft.

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