Pharmahandel

Celesio entdeckt Großhandel neu

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Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio hat in den ersten neun Monaten seinen Umsatz um 10 Prozent auf knapp 17,4 Milliarden Euro gesteigert; das operative Ergebnis (EBITDA) kletterte um 11,5 Prozent auf 509 Millionen Euro. Vor allem im Großhandel werden derzeit wieder Umsätze und Erträge ausgebaut: Außer in Brasilien rollt das Geschäft in Deutschland und Großbritannien. Und bei DocMorris.

Details zur Geschäftsentwicklung in den einzelnen Ländern sind den Neunmonatszahlen traditionell nicht zu entnehmen. „Haupttreiber für die positive Entwicklung waren Panpharma sowie das gute organische Wachstum in Deutschland und Großbritannien“, heißt es im Lagebericht zum Bereich Großhandel. In Frankreich, seinem größten Markt, macht dem Konzern dagegen der Rabattwettbewerb der Genossenschaften nach wie vor zu schaffen. Insgesamt legte das Großhandelsgeschäft um 10,5 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zu; das EBITDA stieg um knapp 20 Prozent auf 337 Millionen Euro.

In den 2300 eigenen Apotheken sowie im Versandhandel setzte Celesio 2,5 Milliarden Euro um (plus 5 Prozent), das EBITDA lag mit 223 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Dazu kommen DocMorris und kleinere Versandapotheken in Großbritannien mit Umsätzen von 215 Millionen Euro (plus 15 Prozent) und einem EBITDA von 10 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte DocMorris in eine groß angelegte Werbekampagne investiert und deshalb rote Zahlen geschrieben. In Kürze soll das Versandgeschäft in das Joint Venture mit Medco eingebracht werden.

„Das Joint Venture ermöglicht die ganzheitliche Betreuung der Patienten und bietet Krankenkassen die Möglichkeit, die Effizienz im Gesundheitssystem zu verbessern“, sagte Celesio-Chef Dr. Fritz Oesterle. Von strategischer Bedeutung sei außerdem die Gründung der europaweiten DocMorris-Zentrale.

Von Pharmaherstellern erhielt Celesio für seine Dienstleistungen 307 Millionen Euro; der Anstieg um 87 Prozent beruht auf der Vollkonsolidierung von Pharmexx seit Juli 2009. Das EBITDA des Geschäftsbereichs lag bei 11 Millionen Euro nach 9 Millionen Euro im Vorjahr.

Nachdem im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 274 Millionen Euro das Ergebnis belasteten, lag der Periodenüberschuss bei 193 Millionen Euro.

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