DocMorris

Celesio bestätigt Verluste

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Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio hat erstmals bestätigt, dass seine deutsche Großhandelstochter Gehe infolge der DocMorris-Übernahme durch den Mutterkonzern Verluste hinnehmen musste. Im Handelsblatt gab sich der Einzelhandelsvorstand Stefan Meister beleidigt-kämpferisch: "Wir werden uns jeden Euro, den wir verlieren, zurückholen."

Zum Ausmaß der Kundenabwanderung oder zur Höhe der Einbußen wollte Meister sich nicht äußern. Das Handelsblatt schätzt den Verlust an Marktanteilen auf 2,6 Prozentpunkte, was etwa 800 Millionen Euro entspricht. "Nicht wenige Apotheken" hätten ihre Verträge mit Gehe aus Protest gegen die politischen Aktivitäten von Celesio gekündigt; die Anzag habe Gehe von Platz 2 im deutschen Großhandelsmarkt verdrängt.

Gehe/Celesio will genaue Zahlen erst zum spätmöglichsten Zeitpunkt, nämlich Anfang August zur Halbjahresbilanz vorstellen. Auch diese werden die Talfahrt vermutlich nicht ausreichend widerspiegeln: Celesio hatte DocMorris erst Ende April gekauft und damit seine Kettenpläne bestätigt. Im ersten Quartal hatte sich Gehe noch vorsorglich offensiv im Konditionenwettbewerb behauptet. Zahlreiche Apotheken konnten Marktbeobachtern zufolge ihre Lieferverträge auf Grund spezieller Vereinbarungen erst Wochen nach der Nachricht auflösen.

Dass zu den Auswirkungen der Übernahme auf die deutsche Großhandelstochter auch diesmal wieder der eigentlich für das Apothekengeschäft zuständige Meister zu Wort kommt, spricht für die derzeitige Gemengelage bei Europas größtem Pharmahandelskonzern: Die eigentlichen Protagonisten, Gehe-Chef André Blümel oder der für die Großhandelssparte verantwortliche Celesio-Vorstand Wolfgang Mähr, werden kalt gestellt und aus der Schusslinie gebracht.

Doch auch ein anderer, bislang schillernder Hauptdarsteller im Fall Celesio/DocMorris ist mittlerweile zum Komparsen geworden: DocMorris-Chef Ralf Däinghaus kommt unter den Konzernfittichen nicht mehr zu Wort, wenn es um die Neuausrichtung des von ihm mitgegründeten Unternehmens geht. Die Wirtschaftspresse hat erkannt, dass Milliardeneinbußen schwerer wiegen als 41 Kooperationspartner des Franchise-Modells.

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