Biontech forscht an mRNA-Medikamenten gegen Krebs und andere Krankheiten. Das kostet viel Geld – gleichzeitig ist mit dem Corona-Impfstoff viel weniger zu verdienen als in früheren Jahren. Zum Jahresende gehen auch noch die beiden Gründer von Bord.
Angesichts weiter hoher Entwicklungskosten hat Biontech im Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Er belief sich auf netto 1,12 Milliarden Euro, wie das Biotechnologie-Unternehmen aus Mainz mitteilte. Das war deutlich mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr mit 665,3 Millionen Euro.
Der Umsatz kletterte 2025 demnach von 2,76 auf 2,87 Milliarden Euro. Als Grund hierfür nannte Biontech Erlöse aus der Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS).
Für das laufende Jahr erwartet Biontech Erlöse zwischen 2 und 2,3 Milliarden Euro. Diese sollten die geplanten Forschungs- und Entwicklungskosten von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro ausgleichen, hieß es.
Biontech entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben. „Unsere solide finanzielle Position treibt unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten voran und reduziert gleichzeitig deren Risiken, während wir uns auf mehrere Produkteinführungen in den kommenden Jahren vorbereiten“, sagte Finanzvorstand Ramon Zapata.
Die beiden Gründer Professor Dr. Ugur Sahin und Professor Dr. Özlem Türeci werden spätestens Ende dieses Jahres ausscheiden. Sie wollen ein neues Unternehmen gründen und leiten, um mRNA-Innovationen der nächsten Generation zu entwickeln. „Für uns ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Übergabe des Staffelstabs vorzubereiten“, sagte Sahin. Man wolle ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten. „Schon immer war es unsere Vision, Wissenschaft in Fortschritte für Patientinnen und Patienten zu überführen. Jetzt bietet sich die Chance, die nächste Generation bahnbrechender Innovationen zu erschließen.“
„Ugur und Özlem haben im Laufe ihrer Karriere immer wieder ihre außergewöhnliche Innovationskraft unter Beweis gestellt. Während Biontech mehrere Produktkandidaten in der späten klinischen Phase in Richtung Kommerzialisierung vorantreibt, unterstützen wir ihre Entscheidung, die Chance zu ergreifen, ihre Stärken und volle Aufmerksamkeit einem neuen Unternehmen zu widmen, um das volle Potenzial von mRNA-basierten Technologien auszuschöpfen“, sagte Aufsichtsratschef Helmut Jeggle. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ihrem neuen Unternehmen an möglichen Kombinationstherapieansätzen zu arbeiten und so den Grundstein für weitere Erfolge zu legen.“
Sahin und Türeci werden ihr drittes Biotechnologie-Unternehmen gründen – nach Ganymed im Jahr 2001 und Biontech im Jahr 2008. Das Ziel des neuen mRNA-Unternehmen der nächsten Generation ist es, bahnbrechende Plattformtechnologien zu etablieren und die Erforschung und Entwicklung von mRNA-basierten Innovationen mit disruptivem Potenzial voranzutreiben.
Biontech plant, entsprechende Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen, um eine priorisierte Entwicklung von mRNA-Innovationen der nächsten Generation mit disruptivem Potenzial zu ermöglichen und zu unterstützen. Im Gegenzug wird Biontech eine Minderheitsbeteiligung erhalten sowie weitere Zahlungen in Form von Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren.
Gleichzeitig ziele das Vorhaben darauf ab, beiden Unternehmen Kollaborationsmöglichkeiten in Bezug auf Kombinationsansätze ihrer Produktkandidaten zu eröffnen, mit dem Potenzial, neue komplementäre oder synergistische Behandlungsstrategien zu entwickeln. Der Abschluss einer bindenden Vereinbarung wird bis Ende des ersten Halbjahres erwartet.
Der Aufsichtsrat habe mit der Suche nach passenden Nachfolgerinnen beziehungsweise Nachfolgern für die Positionen begonnen, um einen reibungslosen Übergang und eine konsequente Umsetzung der Strategie sicherzustellen.
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