AOK-Rabattverträge

Apotheken kaufen Großhandel leer

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Am kommenden Dienstag starten die neuen AOK-Rabattverträge. Die Nachfrage nach dem umsatzstarken Wirkstoff Omeprazol, der in allen fünf Losgebieten an den mittelständischen Generikavertrieb KSK ging, ist dem Hersteller zufolge bereits in den vergangenen Wochen stark angestiegen: „Die Apotheken haben es geschafft, den Großhandel ganz schnell leer zu kaufen“, sagte KSK-Firmenchef Peter Krcmar gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Nicht mehr lieferfähig sind derzeit die Omeprazol-Packungen mit 30, 50, 60 und 100 Kapseln. Sie wurden von den Apotheken verstärkt geordert, obwohl diese Packungsgrößen laut Krcmar gar nicht Bestandteil des Vertrags mit der AOK sind. Rabattiert sind lediglich die Produkte mit 15, 28, 56 und 98 Stück. Dies hat rechtliche Ursachen: Da KSK zum Zeitpunkt der Ausschreibung nur diese Packungsgrößen auf dem Markt hatte, durfte sich die Firma auch nur damit bewerben.

Von den rabattierten Produkten sind nach Angaben von Krcmar in den vergangenen drei Wochen 500.000 Stück an die Großhändler ausgeliefert worden. Ab sofort sollen jede Woche weitere 100.000 Omeprazol-Packungen bereit gestellt werden. Anfang Mai hatte KSK angekündigt, dass die Apotheken Ende des Monats theoretisch den ganzen Monatsbedarf aller AOK-Versicherten abfordern könnten.

Die Konkurrenz von generischem Pantoprazol macht Krcmar keine Angst. Die Unterschiede zwischen den Wirkstoffen rechtfertigten eine großflächige Umstellung der Patienten nicht. Auch die Kalkulation für Omeprazol sei durch den zweiten Protonenpumpenhemmer im Generikasegment nicht gefährdet. „Es war abzusehen, dass Pantoprazol generisch wird“, so Krcmar. Zudem sei die Kalkulation auch für den Fall, dass KSK nur ein Los gewonnen hätte, ausgelegt gewesen.

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