Vom Tief nach der Geburt

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Berlin - Jede zweite Frau, die entbunden hat, leidet unter einer depressiven Verstimmung. Diese kann bis zu zwei Wochen andauern. Weinen, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit treten in dieser Zeit gehäuft auf. Bleiben die Symptome länger bestehen oder kommen weitere Beschwerden hinzu, so sollten diese ärztlich abgeklärt werden. 

Rund 15 Prozent aller Frauen entwickeln nach der Geburt eine postpartale Depression (PPD), die auch als Wochenbettdepression bezeichnet wird. Ungefähr einen Monat nach der Entbindung zeigen sich charakteristische Symptome wie gedrückte Stimmung, Appetitverlust, Schlafstörungen, erhöhte Müdigkeit, Wertlosigkeits- und Schuldgefühle und verminderte Konzentration. In extremen Fällen leiden die Frauen unter Suizidgedanken. Bestehen die Symptome über einen Zeitraum länger als zwei Wochen, so gilt die Diagnose PPD als gesichert.

Die Symptome einer Wochenbettdepression werden oft sehr spät erkannt. Frauen verschweigen häufig ihre Symptome aus Scham, Schuldgefühlen oder Angst. Werden diese vom sozialen Umfeld, Gynäkologen oder Kinderarzt nicht erkannt, können schwerwiegende Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten. Die Nichtbehandlung ist mit Chronifizierung der Symptomatik verbunden. Beim Neugeborenen können Bindungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten die Folge sein. Darüber hinaus können sich Störungen der emotionalen und kognitiven Entwicklung manifestieren.

Als Risikofaktoren für eine PPD gelten psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte sowie traumatische Erlebnisse und Vernachlässigung in der eigenen Kindheit. Übermäßige Stressbelastungen in der Schwangerschaft und eine traumatische Geburt werden als mögliche Auslöser diskutiert. An der Entstehung sind neurochemische, hormonelle und psychosoziale Faktoren beteiligt.

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