Bewegen, bewegen, bewegen

Fit durch die Schwangerschaft

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Berlin -

Sich während der Schwangerschaft sportlich zu betätigen, galt noch bis vor wenigen Jahren als tabu. Befürchtungen, nach denen sich Bewegung negativ auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib auswirken könnte, haben jedoch zahlreiche Studien widerlegt.

Entgegen der Behauptungen von damals, wirkt sich die sportliche Betätigung im angemessenen Ausmaß sogar positiv auf Mutter und Kind aus: Einerseits werden der Stressabbau und natürlich auch die Fitness der werdenden Mama gefördert. Dennoch sollten werdende Mütter bei der Auswahl ihrer Sportart einige Faktoren berücksichtigen und auch das Ausmaß der sportlichen Betätigung kalkulieren.

Sich sportlich zu betätigen setzt natürlich in jeden Fall voraus, dass keine Risikoschwangerschaft vorliegt. Wenn durch den behandelnden Frauenarzt die Erlaubnis zu Bewegung und Fitnessübungen erteilt wurde, spricht aber nichts gegen gesteigerte körperliche Aktivität. Aber auch bei Mehrlingsschwangerschaften sollte Sport in jedem Fall nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung betrieben werden. Treten verstärkt Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Seitenstechen oder Atemnot auf, sollte die Trainingseinheit in jedem Fall abgebrochen werden. Bei anhaltenden Symptomen ist unverzüglich der Frauenarzt aufzusuchen, um etwaige Risikofaktoren abzuklären und zu minimieren.

Als besonders geeignet wird der Ausdauersport betrachtet: Dabei sollte der Fokus auf Ausdauersportarten und entspannende Gymnastik gelegt werden. Damit kann man den häufigsten Beeinträchtigungen im Laufe einer Schwangerschaft wie Wassereinlagerungen, Schwangerschaftsdiabetes oder Rückenproblemen wirksam entgegentreten. Auch Dehnungs- und Kräftigungsübungen können dazu beitragen, den Rücken und Beckenboden zu stärken.

Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder auch Walking in einem maximal mittleren Belastungsbereich können sogar bis vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ausgeübt werden. Aber auch intensivere Ausdauersportarten, wie etwa Jogging, können je nach sportlicher Vorbelastung betrieben werden, wenn die werdende Mutter vor der Schwangerschaft schon entsprechend trainiert war. Eine geübte Läuferin muss als auch während der Schwangerschaft nicht auf ihre gewohnten Einheiten verzichten. Dennoch sollte stets beachtet werden, dass der durchschnittliche Puls dabei zwischen 125 und 155 Schläge pro Minute liegt und Belastungsspitzen von über 160 zu vermeiden sind. Zu den in Fachkreisen immer wieder empfohlenen Sportarten zählen besonders Schwangeren-Gymnastik, Schwimmen, Aquafitness oder auch Nordic Walking.

Die Sportarten sollten dem Schwangerschaftsmonat individuell angepasst sein und in den letzten zwei bis drei Schwangerschaftsmonaten entsprechend reduziert werden. Dann kann man auf Sportarten setzen, welche die Beweglichkeit und Entspannung fördern, wie etwa Yoga, Pilates oder Walking. Schwimmen und Wassergymnastik eignen sich auch bestens für Sportanfängerinnen, Sportmuffel und Ungeübte. Dabei sollte die Badebekleidung auf ausreichende Bewegungsfreiheit und Elastizität ausgelegt sein, um keine unnötigen Druckbelastungen zu erzeugen. Bewegung im Wasser ist auch daher besonders sinnvoll, da Bänder und Sehnen in der Schwangerschaft weicher und damit verletzungsanfälliger sind als normalerweise.

Unbedingt zu vermeiden sind Sportarten, welche mit einem hohen Verletzungsrisiko einhergehen. So versteht es sich fast von selbst, dass insbesondere Kontakt-, Extrem- und Kampfsportarten wie Boxen, Ringen, Taekwondo in der Schwangerschaft nicht in Frage kommen. In diesem Zusammenhang ungeeignet sind auch Sportarten wie Tennis, Skilaufen und sämtliche Ballsportarten. Gleiches gilt auch für sehr anstrengende Sportarten oder solche, welche ruckartige Bewegungen erfordern, wie etwa Reiten oder Squash. Um keine vorzeitigen Wehen auszulösen sind auch Workouts zu vermeiden, die Pressübungen oder auch ein Hantieren mit hohen Gewichten beinhalten, wie statische und isometrische Übungen beim Krafttraining oder Bodybuilding. Bei Problemen in vorangegangenen Schwangerschaften, wie Fehl- oder Frühgeburten ist besondere Vorsicht geboten. Das bei sportlichen Übungen angeschlagene Tempo darf die Schwangere nicht an ihre Belastungsgrenzen bringen.

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