Schweiz

Zur Rose verkauft Helvepharm

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Die schweizerische Zur Rose-Gruppe hat ihre Generikatochter Helvepharm verkauft. Käufer ist der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis, der mit dem Erwerb seine Generikasparte Winthrop weiter stärkt. Zur Rose hatte bereits vor einigen Wochen den Verkauf von Helvepharm in Aussicht gestellt. Nun will sich die angeschlagene Ärztegruppe auf die beiden Kerngeschäfte Ärztegroßhandel und Versandapotheke konzentrieren und als „Partner“ von Sanofi den Kunden die Helvepharm-Produkte „in einer künftig deutlich breiteren Palette“ anbieten.

Das frühere Joint Venture mit Stada ist nach der Merckle-Tochter Mepha, Sandoz und Spirig viertgrößter Generikahersteller in der Schweiz. Für 2009 wurde für Helvepharm ein Umsatz von umgerechnet rund 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte die Generikasparte ihren Umsatz um 24 Prozent auf rund 14 Millionen Euro gesteigert. Der Marktanteil liegt bei rund 5 Prozent, das Portfolio umfasst 59 Wirkstoffe in mehr als 200 Darreichungsformen.

Beobachter schätzen den Kaufpreis auf umgerechnet bis zu 40 Millionen Euro. Damit dürfte Zur Rose einen guten Schnitt gemacht haben: Die Ärztegruppe hatte vor drei Jahren das 50-prozentige Stada-Paket für 2,5 Millionen Euro übernommen. Laut Zur Rose-Chef Walter Oberhänsli ist der Verkauf „die richtige Lösung für eine langfristige Zukunftssicherung“ von Helvepharm. „Zudem stärkt die Transaktion unsere Kapitalbasis substanziell und geht verantwortungsbewusst mit allen Beteiligten um“, so Oberhänsli.

Wegen Problemen im deutschen Versandhandelsgeschäft war Zur Rose 2008 in die roten Zahlen gerutscht. Auch auf der Finanzierungsseite sah es zuletzt problematisch aus: Ende 2008 standen Finanzschulden von rund 54 Millionen Euro einem Eigenkapital von rund 35 Millionen Euro und ein Jahresfehlbetrag von rund 3 Millionen Euro gegenüber.

Sanofi will den Firmensitz in Frauenfeld mit 24 Mitarbeitern beibehalten. Der französische Konzern ist mit seiner Generikamarke Winthrop bereits in der Schweiz vertreten, allerdings von untergeordneter Bedeutung. Mit Helvepharm will Sanofi auch in der Deutschschweiz stärker Fuß fassen. Die Kooperation mit Zur Rose sichert den Zugang zu den selbstdispensierenden Ärzten.

Der schweizerische Sanofi-Chef John Huss kommentierte die Übernahme als eine „außergewöhnliche Gelegenheit, im zunehmend schwierigen schweizerischen Marktumfeld Wachstumschancen für die Zukunft zu wahren“. Sanofi befindet sich derzeit weltweit auf Einkaufstour in Sachen Generika.

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