Wegen Engpässen: Ärzte fordern Dispensierrecht | APOTHEKE ADHOC
Praxen wollen Apotheken „entlasten“

Wegen Engpässen: Ärzte fordern Dispensierrecht

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Berlin -

Mit dem richtigen Spin, wie man so schön sagt, kann man jeden Missstand für die eigene Botschaft nutzen. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert angesichts des Ansturms auf die Praxen eine Entlastung – und gleichzeitig wegen der Engpässe das Dispensierrecht.

Durch das gleichzeitige Auftreten verschiedener Erkrankungen stehe der niedergelassene Bereich derzeit unter erhöhtem Druck, so Edgar Wutscher, Vizepräsident der ÖÄK und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. „Ich möchte an die Bevölkerung appellieren, alles zu tun, um ihre Ärztinnen und Ärzte zu entlasten.“ Er bittet darum, sich gegen Influenza und Covid impfen zu lassen, Hygienemaßnahmen wie Händewaschen einzuhalten und Masken zu tragen. „Wer das beherzigt, schützt damit nicht nur sich selbst, sondern leistet auch seinen Beitrag für die Stabilität unseres Gesundheitssystems und damit für die Allgemeinheit.“

Aber auch die Politik könne „ihr Scherflein beitragen, allen Beteiligten im Gesundheitssystem das Leben leichter zu machen“, so Wutscher. „Ein allgemeines Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte würde ermöglichen, dass Patientinnen und Patienten gleich mit ihrem Medikament aus der Ordination gehen, ohne dass sie krank durch die Weltgeschichte tingeln müssen. Auch auf Medikamentenengpässe könnten wir Ärztinnen und Ärzte damit besser reagieren und so auch den Apotheken viel Zeit ersparen.“

Zweiter Anlauf

Anzumerken wäre noch, dass Wutscher schon im Oktober exakt dieselbe Forderung vorgetragen hatte: „Gegen den Engpass selbst können wir leider nichts tun, aber wir können die Apotheker gerne entlasten, indem wir unseren Patienten direkt die verfügbaren Medikamente geben, die sie benötigen“, sagte er damals und forderte ein Dispensierrecht für alle Ärztinnen und Ärzte – nicht nur in entlegenen Gegenden: „Patientinnen und Patienten bekommen ihr Medikament diskret, direkt, rasch und unkompliziert in den Ordinationen oder bei Hausbesuchen, was natürlich auch der Infektionsprophylaxe nutzt – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

In Österreich wird seit Jahren eine erbitterte Debatte zwischen der Apotheker- und der Ärzteschaft um die sogenannten Hausapotheken geführt. Hintergrund ist die schlechter werdende Versorgungslage auf dem Land – die Ärzte wollen die mit mehr Hausapotheken lösen und fordern deshalb eine Liberalisierung des Systems, die öffentlichen Apotheken halten dagegen und verweisen auf die unfaire Konkurrenz durch die dispensierenden Ärzte und die gesetzliche Ordnung des Nebeneinanders von Apotheken und Ärzten. Eine Liberalisierung des Hausapothekenrechts würde demnach das Ende hunderter Apotheken in Österreich bedeuten.

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