Vertikalisierung

Phoenix kippt Kette für Kunden

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Überraschende Trendwende bei Phoenix: Europas führender Pharmahändler, sonst bekannt für flexible Lösungen in Sachen Apothekenketten, steigt schon wenige Monate nach der Liberalisierung wieder aus dem schwedischen Apothekenmarkt aus. Der Konzern will seine Position als führender Großhändler nicht durch eine marginale Kettenpräsenz gefährden. Rücksicht auf die Interessen der Großhandelskunden, lautet die Strategie der Stunde.


Wie die beiden paneuropäischen Wettbewerber Celesio und Alliance Boots hatte Phoenix keine Apotheken aus dem ehemaligen Staatsbetrieb Apoteket übernommen. Unklar ist, ob der Abgang von Kettenchef Øyvnd Winther auch mit der Entwicklung in Schweden in Verbindung steht.


Der Konzern hat jedenfalls jetzt offenbar mehr zu verlieren als zu gewinnen: Phoenix ist neben der Oriola-Tochter KD einer von zwei Pharmagroßhändlern in Schweden, die jeweils komplette Sortimente bestimmter Hersteller exklusiv vertreiben (so genannter Einkanal-Vertrieb).


Da Oriola gemeinsam mit der Supermarktkette Coop 171 Apotheken gekauft hat, sieht sich Phoenix als einziger unabhängiger Großhändler in Schweden. Diese Position soll nun genutzt werden, um den Marktanteil auszubauen, zumal nach der Liberalisierung des Apothekenmarktes auch der Pharmagroßhandel neu strukturiert werden könnte.


Nachdem Phoenix zuletzt bis zu vier Apotheken pro Woche eröffnet hatte, soll im Herbst die Phoenix-Marke „Apotek1“ wieder aus dem schwedischen Markt verschwinden. Für einen unbekannten Kaufpreis gibt der Konzern aus Mannheim seine bislang 32 eröffneten oder geplanten Apotheken an den Marktführer Apotek Hjärtat (Herz-Apotheke) ab. Im Besitz des schwedischen Private-Equity-Unternehmens Altor, hatte Hjärtat 208 Apotheken mit einem Umsatz von umgerechnet rund 690 Millionen Euro und 1500 Mitarbeitern aus dem Staatsbesitz übernommen.

 

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