Österreich

Regierung erlaubt OTC-Versand

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Berlin -

In Österreich wird angesichts der Konkurrenz aus dem Ausland der Versandhandel erlaubt: Auch inländische Apotheken dürfen ab dem kommenden Jahr OTC-Arzneimittel versenden. Verschreibungspflichtige Medikamente sind davon ausgenommen. Die Apothekerkammer kritisiert die Freigabe: Der Versandhandel gefährde die Nahversorgung und führe zu Beratungsdefiziten, sagt Kammerdirektor Dr. Hans Steindl.

Einen genauen Termin für das Ende des Versandverbots gibt es noch nicht: Der Kammer zufolge sollen inländische Apotheken nicht vor Juni 2014 Medikamente verschicken dürfen. Das Parlament hat die Änderungen des österreichischen Arzneimittelgesetzes (AMG) im Dezember 2012 beschlossen. Die Bundesländer müssen noch zustimmen.

Hintergrund ist eine EU-Regelung, die die Diskriminierung inländischer Anbieter verbietet. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) 2004 ist der OTC-Versand eigentlich in ganz Europa erlaubt. Neben dem Versandhandel wird in der Novelle auch ein strengeres Vorgehen gegen Arzneimittelfälschungen geregelt.

Derzeit ist der österreichische Bundesgesundheitsminister Alois Stöger damit beschäftigt, die Anforderungen an Versandapotheken näher zu bestimmen. Dabei geht es unter anderem um den Bestellvorgang, die Verpackung, den Transport, Lagerung und Lieferung, die Abholung sowie die Gewährleistung der pharmazeutischen Beratung. Die sogenannte „Fernabsatzverordnung“ wird im Laufe des ersten Halbjahres erarbeitet und nach einer Begutachtung voraussichtlich noch in diesem Jahr erlassen.

Für die Apothekerkammer ist der Versand von Arzneimitteln ein rotes Tuch: Es sei immer für eine Aufrechterhaltung eines Versandhandelsverbotes argumentiert worden, so Steindl.

Der Versand von Arzneimitteln schaffe mehr Probleme als er löse und setze Anreize zum Mehrverbrauch. „Soweit dies für uns ersichtlich ist, hält sich das Ausmaß des Versandhandels bisher in Grenzen.“

Bereits heute versenden aber deutsche und tschechische Apotheken Medikamente in die Alpenrepublik. Zur Rose kooperiert mit dm, mycare mit Bipa. Auch für andere Versender wie die Europa Apotheek Venlo ist Österreich einer der weißen Flecken auf der Landkarte, die es zu füllen gilt.

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