Influenza vs. Erkältung

Grippeschutzimpfung: Einfluss auf Erkältungen?

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Während eine Erkältung von vielen verschiedenen Viren wie Rhino-, Adeno- und Coronaviren ausgelöst werden kann, wird die „echte Grippe“ nur durch die sogenannten Influenzaviren ausgelöst – und nur gegen diese schützt die Grippeschutzimpfung. Eine normale Erkältung mit Symptomen wie Halsschmerzen, Husten und Schnupfen kann man dennoch bekommen.

Die Grippeschutzimpfung muss jährlich wiederholt werden. Außerdem werden die Impfstoffe für jede Saison angepasst, da sich die kursierenden Grippestämme verändern: Es ist jedoch immer möglich, dass während der Grippesaison ein oder mehrere der empfohlenen Impfstämme nicht passen, weil sich zwischen Entwicklung und Verabreichung des Impfstoffes andere Grippevirus-Stämme durchgesetzt haben – die Schutzwirkung des Impfstoffs kann sich somit auch im Laufe einer Grippesaison noch verändern. Um jedoch ein möglichst großes Spektrum abzudecken, werden seit 2018 Vierfach-Impfstoffe empfohlen. Dennoch bietet die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz.

Am besten wird sie bereits im Herbst verabreicht, bevor die Erkältungssaison richtig startet. Denn ist man bereits durch eine herkömmliche Erkältung angeschlagen, sollte erst nach der Genesung geimpft werden. Wird ein früher Zeitpunkt verpasst, kann es dennoch sinnvoll sein auch zu einem späteren Zeitpunkt noch zu impfen. Nach der Impfung dauert es ungefähr 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig ist. Danach hält er sechs bis zwölf Monate – also die gesamte Grippesaison.

Bei der üblichen Grippeimpfung handelt es sich um einen Totimpfstoff: Er enthält also keine vermehrungsfähigen Erreger und kann daher keine Grippeerkrankung auslösen. Dennoch beklagen manche Patienten nach der Impfung verschiedene Krankheitssymptome wie Fieber oder Kopf- und Muskelschmerzen zu entwickeln. Diese Reaktionen treten jedoch nur in sehr seltenen Fällen in Zusammenhang mit der Vakzine auf. Da die Grippeimpfung Einfluss auf das gesamte Immunsystem nimmt, werden die Abwehrkräfte nach der Impfung angekurbelt. Häufig können dadurch auch andere Krankheitserreger besser abgewehrt werden, eine Garantie dafür gibt es durch die Impfung jedoch nicht.

Vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren und chronisch Kranke sowie Schwangere sollten sich regelmäßig impfen lassen. Denn Risikopatienten haben ein erhöhtes Risiko für schwere oder sogar tödliche Verläufe der Grippe. Ebenso zählt medizinisches Personal zu den Gruppen, die sich aufgrund des vermehrten Kontaktes zu Erkrankten impfen lassen sollen – um selbst nicht zu erkranken, aber auch um Patienten nicht anzustecken. Die Kosten für die Impfung tragen die Krankenkassen.

Übertragen wird die Virusgrippe ebenso wie Erkältungsviren über Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion: Beim Husten oder Niesen gelangen kleinste Viruströpfchen in die Luft und auf die umliegenden Flächen. Diese werden dann eingeatmet oder können später über die Hände in den Körper aufgenommen werden. Einfache hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen sowie Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch können das Ansteckungsrisiko zusätzlich verringern. Zudem sollten an Grippe Erkrankte engen Kontakt zu gefährdeten Personen möglichst meiden.

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