Digitalisierung

E-Rezept-Enthusiasten: Neuer Vorstand, neue Ziele

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Berlin -

Zwei Jahre E-Rezept-Enthusiasten. In der Zeit sei es gelungen, das E-Rezept für die Patient:innen nutzbar machen, so der bisherige Vorsitzende Ralf König. Im Zuge des Jubiläums standen Neuwahlen an. König bleibt im Vorstand, übergibt den Vorsitz aber an Uwe Strehlow, Chef des gleichnamigen Hilfsmittelbetriebs aus Magdeburg. Neu im Vorstand ist auch Ruth Philipp von Gesund.de. Christian Klose und Bernhard Calmer bleiben dem Vorstand für eine weitere Periode treu. Die E-Rezept-Enthusiasten wollen ihre Expertise weiterhin einbringen – vor allem im Bereich Heil- und Hilfsmittel.

Zum Jubiläum zog König ein Resümee der vergangenen zwei Jahre. Am 25. Januar 2023 habe man die magische Marke von einer Million E-Rezepte gefeiert und vor dem Bundesgesundheitsministerium für das E-Rezept demonstriert. Am Ende dieser Woche werden mehr als 200 Millionen E-Rezepte eingelöst worden sein – 180 Millionen davon alleine in diesem Jahr. „Das E-Rezept ist angekommen“, so König. Das Vertrauen sei da, jetzt stelle sich die Frage: Wie geht es weiter?

Die nächsten Schritte müsse gegangen werden, denn in acht Monaten würden Daten des E-Rezeptes in die elektronische Patientenakte (ePA) übertragen. „Wir müssen diskutieren, wie wir für ePA Leistungserbringer und Patient:innen informieren wollen“, so König. Die Kommunikation müsse offener gestaltet und Patient:innen mitgenommen werden.

Für die ePA kündigte Dr. Susanne Ozegowski, zuständige Abteilungsleiterin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), eine große Kommunikationskampagne im zweiten Halbjahr in Richtung Patient:innen und Leistungserbringer an.

Außerdem müssten Prozesse vereinfacht und etabliert werden, so König. Dazu gehöre die formale Richtigkeit der digitalen Verordnungen – Stichwort Retaxation. Aber auch die Versorgung von Pflegeeinrichtungen – Stichwort Übertragung – sowie das E-Rezept für Privatversicherte, die ePA und weitere Rezeptformen.

Dennoch steht laut König fest: „Das E-Rezept ist ein Erfolg und wir können stolz sein auf das, was Deutschland erreicht hat. Das E-Rezept ist das größte Digitalisierungsprojekt im Gesundheitswesen, das jemals umgesetzt wurde. Ich habe Verständnis für die Leistungserbringer, die mit Umstellungsproblemen und technischen Ärgernissen zu kämpfen hatten.“ Doch Digitalisierung sei ein aktiver Prozess und das Mindset der Beteiligten sei entscheidend. Der Schlüssel zum Erfolg sei Kommunikation. „Hier ist definitiv viel Luft nach oben.“

Next steps

„Der wirkliche Nutzen des E-Rezepts wird noch deutlicher spürbar, wenn die Medikationsliste automatisiert ab Januar 2025 in der elektronischen Patientenakte verfügbar ist, denn dann kann durch diese Information die Arzneimittelsicherheit für die Patient:innen deutlich gesteigert werden“, so Strehlow. „Das E-Rezept wird Leben retten.“

Die E-Rezept-Enthusiasten wollen ihre Expertise weiterhin einbringen. Der Fokus liege im Heil- und Hilfsmittelbereich. „Wir haben große Baustellen im Bereich Hilfsmittel, die wir angehen werden müssen. Es ist eine komplexe Welt, ein dickes Brett, das wir aufbohren müssen“, so der frisch gewählte neue Vorstandsvorsitzende.

„Wir suchen jetzt schon den Austausch mit den Entscheidungsträgern, um das E-Rezept auch in den Bereichen Heil- und Hilfsmittel und Homecare und Pflege praxistauglich umzusetzen“, so Strehlow. „Die Prozesse verändern sich durch die Digitalisierung und wir wollen diese aktiv mitgestalten.“

Strehlow ist seit Jahrzehnten im Bereich Sanitätshäuser, Pflegedienst, Homecare und Rehabilitation tätig. „Ich persönlich stehe für den Ausbau der wohnortnahen Versorgung mit Hilfsmitteln, Heilmitteln und der häuslichen Pflege besonders im ländlichen Raum und für die Zusammenarbeit aller am Versorgungsprozess beteiligten Institutionen und Personen.“

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