Umfrage des BAH

E-Rezept: Das erwarten die Verbraucher

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Berlin -

Die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit für das E-Rezept, wie eine Umfrage des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) zeigt. Für den Gesundheitsmonitor wurden im März 1000 Menschen durch das Marktforschungsunternehmen Nielsen befragt.

Knapp zwei von drei Befragten hat bereits vom E-Rezept gehört, wobei die Bekanntheit mit dem Bildungsgrad und dem Einkommen steigt. 28 Prozent haben sich selbst informiert, meistens beim Arzt (48 Prozent) und in der Apotheke (42 Prozent). Vor Presse und Krankenkasse (je 24 Prozent) wird noch das Internet (35 Prozent) genannt.

64 Prozent finden, dass die Einführung des E-Rezepts wichtig ist für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens, unter den Männern sind es 69 und unter den Frauen 59 Prozent. An eine reibungslose Umsetzung des E-Rezepts noch in diesem Jahr glauben aber nur 29 Prozent der Deutschen. Etwas optimistischer eingestellt ist die jüngste Altersgruppe.

Die Mehrheit der Befragten findet das elektronische Rezept praktisch (65 Prozent) und sinnvoll (64 Prozent). 62 Prozent wollen das E-Rezept in der Apotheke vor Ort nutzen, 42 Prozent würden es bei einer Versandapotheke einreichen.

52 Prozent wollen eine App nutzen, 43 Prozent würden es sich ausdrucken lassen. Und 46 Prozent würden weiterhin ein Rezept wie bisher in Papierform bevorzugen, auch wenn das nicht mehr möglich sein sollte.

59 Prozent gaben an, dass sie sich sicherer fühlen würden, wenn alle ihre Arzneimittel elektronisch dokumentiert werden und auf Wechselwirkungen geprüft werden. 40 Prozent haben Datenschutzbedenken.

48 Prozent erhoffen sich Vorteile, darunter:

  • weniger Papierverbrauch (69 Prozent)
  • einfachere Erstellung von Folgerezepten ohne Arztbesuch (57 Prozent)
  • bessere Dokumentation der verordneten Arzneimittel (50 Prozent)
  • kontaktloses Ausstellen (47 Prozent)
  • schnellere Arzneimittelbelieferung in die Vor-Ort-Apotheke oder nach Hause (43 Prozent)
  • mehr Transparenz über Wechselwirkungen (36 Prozent)
  • mehr Zeit für eine qualifizierte persönliche Beratung durch das Apothekerpersonal (23 Prozent)

BAH-Hauptgeschäftsführers Dr. Hubertus Cranz fordert: „Der Rollout des E-Rezeptes muss sicherstellen, dass Patienten weiterhin bei der Einlösung ihrer Rezepte die freie Apothekenwahl haben. Ein Durchreichen der E-Rezepte von Ärzten und Krankenkassen direkt an Versandhändler muss verhindert werden. Der Apotheke vor Ort darf durch die Einführung des E-Rezeptes kein Nachteil entstehen.“

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