Nach dem Pilotprojekt mit der Debeka weitet Medgate seine Videosprechstunde nun auf den gesamten PKV-Markt aus. „Kids Line“ ermöglicht eine medizinische Ersteinschätzung und Versorgung pädiatrischer Fälle rund um die Uhr. Auch Selbstzahler können das Angebot in Anspruch nehmen.
Mit Kids Line setzt Medgate einen telemedizinischen Service zur medizinischen Ersteinschätzung von Kindern bei akuten Krankheiten oder Unsicherheit bei Symptomen um. Der Service richtet sich an Familien, die eine schnelle medizinische Orientierung benötigen. Der Service ist als standardisiertes Angebot konzipiert und kann in bestehende Versorgungsmodelle privater Krankenversicherer integriert werden. Auch Selbstzahler können den Service in Anspruch nehmen.
Medgate rechnet nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Abhängig vom Alter des Kindes, der Uhrzeit, dem Wochentag sowie der Komplexität des Behandlungsfalls können für die Eltern daher Kosten zwischen 38 und 70 Euro entstehen. In diesem Preis inbegriffen sind ein individueller Behandlungsplan sowie bei Bedarf ein Arzneimittelrezept, eine Überweisung zum Facharzt sowie eine Krankschreibung.
Kids Line ist laut Medgate als Ergänzung zur kinderärztlichen Versorgung konzipiert: Ziel sei es, akute Beschwerden frühzeitig medizinisch einzuordnen und Eltern bei der Entscheidung für den passenden nächsten Schritt zu unterstützen – sei es eine fallabschließende telemedizinische Beratung, der Besuch einer kinderärztlichen Praxis oder, wenn erforderlich, die Vorstellung in einer Notfallambulanz. Über die Medgate-App können auch Termine mit erfahrenen Kinder- und Jugendärzten oder Allgemeinmedizinern mit Zusatzausbildung gebucht werden.
Gemeinsam mit der Debeka hat Medgate das Konzept aufgebaut und im Versorgungsalltag erprobt. Seit September wird das Angebot unter dem Namen „TeleDoc4Kids“ angeboten. „Die Erfahrungen aus dem deutschen Pilot und die Daten aus der Schweiz zeigen, dass sich viele pädiatrische Anliegen verlässlich telemedizinisch einordnen oder behandeln lassen“, sagt Jörg Weise, Geschäftsführer von Medgate Deutschland. „Mit Kids Line etablieren wir diesen Ansatz nun als strukturierten Bestandteil der Versorgung im PKV-Kontext.“
Auch aus Sicht der Debeka bestätigt sich der Nutzen für Familien: „Mit der Kooperation konnten wir ein innovatives Angebot schaffen, das passgenau auf die Bedürfnisse junger Familien zugeschnitten ist“, ergänzt Annabritta Biederbick, Vorstandsmitglied der Debeka. „Gerade junge Eltern sind oft unsicher, ob ein Arztbesuch wirklich nötig ist. Gleichzeitig ist es belastend, mit einem kranken Kind lange in einer vollen Praxis oder Notaufnahme zu warten. Die Möglichkeit, medizinischen Rat bequem von zuhause aus zu bekommen, sorgt für mehr Sicherheit – und spürbare Entlastung.“
Pädiatrische Fälle lassen sich laut Medgate in vielen Fällen bereits beim ersten Kontakt verlässlich telemedizinisch einordnen. Das zeige eine prospektive Multicenter-Studie aus dem Jahr 2023 aus der deutschsprachigen Schweiz, in der 4061 Kontakte an sechs Kindernotfallstandorten ausgewertet wurden. In 54,3 Prozent der Fälle konnte das Anliegen vollständig telemedizinisch geklärt werden. Die medizinische Ersteinschätzung wurde in 91,7 Prozent der Fälle in einem Peer-Review als angemessen bewertet; Unter- und Überschätzungen lagen jeweils im niedrigen einstelligen Bereich. Gleichzeitig gaben 76,9 Prozent der Familien an, ohne den telemedizinischen Dienst eine Präsenzversorgung aufgesucht zu haben – überwiegend eine Notaufnahme.
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