Seit einem Update am Dienstag kommt es bei ADG-Apotheken zu massiven Störungen. Laut einem Inhaber aus dem unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg ist seither ein Auslesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nicht mehr möglich. Etwa 3000 Apotheken könnten demnach betroffen sein. „Bis heute dauert die Störung an, ich warte immer noch auf eine Lösung“, beklagt er.
Seit zwei Tagen sollen etwa 3000 Apotheken, die die Software von ADG nutzen, von einer massiven Störung betroffen sein. „Es kann nichts mehr ausgelesen werden“, so der Inhaber.
Hintergrund ist ein Update: „Seitdem ist es nicht mehr möglich, die eGK auszulesen“, ärgert er sich. „Seither warte ich immer noch auf eine Lösung“, sagt der Apotheker, der am Dienstag und Mittwoch weder beim Kundenservice bei ADG jemanden erreichte, noch bei seinem eGK-Terminal-Anbieter Red Medical. „Ist ja nicht so, als wenn das Geldverdienen wichtig wäre“, sagt er frustriert.
Mittlerweile habe zumindest Red Medical in der Apotheke nachgefragt, ob die Störung noch vorhanden sei. „Mehr ist aber noch nicht passiert“, bestätigt eine Angestellte. „Wir müssen die Menschen wegschicken, in der Hoffnung, dass sie wiederkommen“, bedauert sie. „Das ist eine Katastrophe.“
Was hier die Probleme verursacht, ist ein missglücktes Update, das ADG vor mehr als 24 Stunden ausgespielt hat. Daten, die normalerweise dafür sorgen, dass Software und eGK-Terminal an jedem Arbeitsplatz miteinander kommunizieren, sind hierbei verändert worden.
Danach liefen auch bei Red Medical die Telefone heiß, da sich Apotheken mit Red-Terminals meldeten, die zunächst gar nicht ausmachen konnten, wo und bei welchem Anbieter das Problem überhaupt liegt. Doch Red Medical kann den Fehler nicht beheben, da die Daten auf Software-Seite verändert wurden, und nun der Konnektor nicht mehr angesprochen wird.
Laut Red-Geschäftsführer Jochen Brüggemann habe man trotzdem einen Weg gefunden, zumindest den eigenen Kunden helfen zu können. Betroffen seien jedoch nicht nur Red-Terminals, sondern auch ADG-Kund:innen mit anderen Terminal-Anbietern. ADG habe es bisher nicht geschafft, das Problem zu lösen. Neue Updates sorgten hingegen nur dafür, das inzwischen geschaffene Workarounds von Red Medical wieder neu eingerichtet werden mussten.
„ADG konnte den alten Stand nicht wieder herstellen“, so Brüggemann, dessen Techniker im ständigen Austausch mit dem Softwarehaus waren. Dass der Service von ADG aufgrund der überlasteten Leitungen schwer erreichbar war, machte es den Kund:innen nicht einfacher. Wer aber ein Red-Terminal im Einsatz habe, dem konnte geholfen werden, so Brüggemann. Hilfreich sei hier immer eine Fehlermeldung per Mail, im besten Fall mit Screenshot oder ähnlichem. Auch für ihn ist dieser Ausfall ein weiterer Imageschaden für die gesamte Telematikinfrastruktur (TI): „Die gesamte TI ist eine Blackbox.“
Aktuell bekommen ADG-Kund:innen in der Software eine Meldung angezeigt. Demnach zeige die TI-Protokoll-App eine falsche Fehlermeldung. Das Problem wird hier vor allem für diejenigen umrissen, die selbst nicht vom Fehler betroffen sind: „In den TI-Basisinformationen fehlen die Konnektorinformationen, obwohl Ihr System korrekt angebunden ist. Diese Meldung kann ignonert werden. Wir arbeiten bereits an einer Korrektur der Falschanzeige. Der Abruf von E-Rezepten funktioniert weiterhin einwandfrei.“ Solle der E-Rezept-Abruf nicht funktionieren, solle man sich wie gewohnt über die Hotline melden.