Belastung für Apothekenleitung

HBA-Blockade: Keine E-Rezepte für den Chef

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Berlin -

In der Adler-Apotheke in Erwitte ist das nächste Problem mit dem E-Rezept aufgetreten. Hintergrund könnte der Austausch der elektronischen Heilberufsausweise (eHBA) bei D-Trust sein, nachdem dort eine Sicherheitslücke festgestellt worden war. Der Ausweis von Inhaber Hermann-Josef Brinkmann ist seit Montag gesperrt, nachdem er einen neuen beantragt hatte.

Brinkmann ist seit 25 Jahren selbstständig und führt zwei Apotheken. Zuletzt nahm der Ärger rund um das E-Rezept deutlich zu. Der Inhaber war etwa von fehlerhaften Retaxen wegen angeblich fehlender Chargenübermittlung betroffen, die zwischen den Jahren von SpectrumK verschickt wurden. „Die Krankenkasse hat uns zu Weihnachten mit mehreren hohen, unberechtigten Retax-Forderungen das Fest gehörig verdorben“, sagt er. Die Forderungen seien nach intensivem Schriftwechsel mittlerweile vom Tisch, doch jetzt gebe es ein neues Problem mit dem E-Rezept.

D-Trust schickte Brinkmann wie vielen anderen Inhaberinnen und Inhaberin die Information, dass sein persönlicher Ausweis ab Ende Juni ungültig sei. Hintergrund ist eine Sicherheitslücke. eHBA der Generation 2.1 von D-Trust, die vor Februar 2025 ausgegeben wurden, müssen zur Jahresmitte getauscht sein – sonst werden die Ausweise gesperrt. Danach sei weder der Zugang zur Telematikinfrastruktur noch die Nutzung von Anwendungen wie dem E-Rezept oder qualifizierten Signaturen möglich.

eHBA blockiert – Inhaber rotiert

„Ich habe sofort einen neuen Ausweis über die Apothekerkammer Westfalen-Lippe beantragt“, sagt Brinkmann. Der Vorgang sei laut Kammer und einer Meldung von D-Trust zufolge in Bearbeitung. Doch seit Montagmorgen sei der Ausweis blockiert. Der Apotheker begab sich auf Fehlersuche: Ein Anruf bei der Kammer habe ergeben, dass der eHBA nicht ungültig sei. Zudem sei kein Problem beim Konnektor feststellbar.

Auch der Versuch, den Ausweis mit den verschiedenen Codes neu zu aktivieren, scheiterte. „Ich kann den Ausweis nicht nutzen und muss einen Kollegen bitten, seinen Ausweis für die Bearbeitung meiner E-Rezepte in meiner Apotheke zu verwenden.“ Brinkmann ist verärgert. Der Fall sei „wieder ein Beispiel dafür, wie fahrlässig und inkompetent mit dem Gesamtproblem E-Rezept umgegangen“ werde. „Es entstehen wieder einmal viel verlorene Zeit und völlig unnötige Belastung der Apothekenleitung.“

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