Fehler bei Systemumstellung

AOK Bayern: 6400 ePA versehentlich weg

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Berlin -

Die elektronische Patientenakte (ePA) ringt weiter um Anerkennung. Zwar sei sie grundsätzlich der richtige Schritt, an der Ausgestaltung und der Akzeptanz bei Leistungserbringern und Patient:innen hapere es noch, so der einhellige Tenor. Eine solche Meldung, wie jetzt von der AOK Bayern kommt, ist da nicht förderlich: „Bedauerlicherweise“ wurden 6400 ePA geschlossen. Ob die enthaltenen Daten rekonstruiert werden können, ist unklar.

Zunächst wurden einzelne Mails der AOK an Betroffene verschickt, inzwischen muss sich die Kasse öffentlich erklären: „Im Rahmen einer geplanten Systemumstellung durch unsere IT-Dienstleister innerhalb des Aktensystems der elektronischen Patientenakte (ePA) kam es zu einem Fehler (bei unseren IT-Dienstleistern)“, so die AOK Bayern auf Anfrage.

Von einem Einzelfall ist nicht zu sprechen: „Das hat bedauerlicherweise zur Schließung von rund 6400 elektronischen Patientenakten geführt.“ Das sei jedoch nur etwa 0,14 Prozent der Versicherten der AOK Bayern, wie die Kasse betont. Die Betroffenen seien umgehend informiert worden.

Ein Hackerangriff sei auszuschließen; „Die ePA-Daten waren und sind sicher und verschlüsselt gespeichert. Unberechtigte Dritte hatten und haben zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Daten.“ Die AOK betont zudem: Gelöscht wurden die Daten nicht. Technisch habe es sich um eine Schließung gehandelt, verloren seien die Daten technisch gesehen also nicht, sondern nur nicht mehr der Akte richtig zugeordnet.

Wie unter anderem „Heise“ schreibt, enthielt die erste Mail, die betroffene Versicherte nach dem Vorfall bekamen, die Bestätigung, dass die Schließung aufgrund des eingereichten Widerspruchs vorgenommen wurde – ein solcher wurde aber nie beantragt.

Bei der Fehlerbehebung gehe es voran, so die Kasse: Bereits in der vergangenen Woche seien die Akten wieder „neu angelegt“ worden, die Versicherten und die Leistungserbringer könnten also wieder darauf zugreifen. Was jedoch noch nicht geklärt ist: Was wird aus den Daten in den verschwundenen Akten?

Ob E-Rezept-Daten, Befunde oder sonstige Dokumente, die bereits in die 6400 ePA hochgeladen wurden, jemals wieder zurückgeholt werden können, bleibt fraglich: „Die AOK Bayern arbeitet gemeinsam mit ihren IT-Dienstleistern und der Gematik von Beginn an mit höchster Priorität daran, die Daten der geschlossenen Akten wiedereinzustellen.“

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