„Lief lange noch wackelig“

ADG-Update sorgte für hohen Verlust

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Berlin -

Ein Update bei ADG sorgt seit drei Tagen für Schwierigkeiten in etlichen Apotheken. Die Kommunikation zwischen Software und Kartenterminals läuft instabil oder gar nicht, so dass E-Rezepte nicht über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) abgerufen werden können. „Ich habe pro Tag einen Ausfall im vierstelligen Bereich“, schätzt Stefan Haydn, Inhaber der Rosen-Apotheke in Haibach. „Noch immer läuft das System nicht 100 Prozent richtig.“

Der aktuelle Ausfall sei die dritte Störung beim Abruf von E-Rezepten mittels eGK innerhalb kürzester Zeit, so Haydn. „Wir hatten in einer Woche einen Tag lang einen Totalausfall und zweimal ging das Abrufen stundenweise nicht“, beklagt er. Dadurch sei es pro Tag zu einem Ausfall in Höhe von mehr als 1000 Euro gekommen, schätzt er. „Ich nehme an, so sind uns jedes Mal 60 bis 70 E-Rezepte verloren gegangen“, so Haydn. „Es kommt darauf an, was und wie viel verordnet wurde, aber in der Größenordnung bewegen wir uns in etwa.“

Auch heute sei die Kommunikation zwischen Software und eGK-Terminal noch nicht sofort reibungslos gelaufen. „Es gab noch zwei, drei Kleinigkeiten, die über die Einstellungen geregelt werden mussten“, so der Inhaber. Das Problem sei die Überschreibung der Daten an einem Rechner gewesen. „Ein Computer überschreibt ständig die Daten der neuen Version und deswegen klappt es nicht“, so Haydn. Nach dem Update seien alle Anmeldedaten nicht mehr korrekt gewesen, nennt er den Grund für die massive Verzögerung. „Das war ein spezieller Fall bei uns, den es zu lösen galt.“

Verständnis der Kundschaft

Dabei reagiere die Kundschaft unterschiedlich auf die Situation. „Einige Stammkunden haben Verständnis und kommen ein zwei Tage später wieder, aber das ist nicht die Regel“, so Haydn. „Patienten, die dringend ein Antibiotikum brauchen oder gar nicht erst genau wissen, was überhaupt verordnet wurde, kann man so nicht helfen.“

Hinzu komme, dass sich viele Arztpraxen weigerten, QR-Codes auszudrucken. „Das Problem ist, dass etliche Menschen die Gematik-App nicht eingerichtet haben. Die Krankenkassen machen da meines Erachtens zu wenig Druck“, beklagt er. Er selbst appelliere immer und immer wieder an seine Kundschaft, sich die App herunterzuladen. Denn sei diese vorhanden, könne er die digitalen Verordnungen auch auslesen. „Das Problem liegt genau an der Schnittstelle zwischen eGK und Krankenkasse. Sobald geprüft werden sollte, ob die Karte gültig ist, konnte keine Verbindung hergestellt werden“, so Haydn.

Welche Apotheken sind betroffen?

Ein weiteres Dilemma: „Selbst wenn wir die Leute wegschicken, wissen wir gar nicht wohin, denn es war nicht klar, welche Apotheken auch von diesem Update-Fehler betroffen sind oder waren.“ Der Organisationsaufwand sei deswegen immens. „Es müsste den ganzen Tag jemand telefonieren und Mails schreiben, um die Kundschaft zu versorgen. Das kann es nicht sein“, ärgert sich Haydn.

Mittlerweile sei das Problem aber behoben und das Team könne alle digitalen Verordnungen wieder beliefern, freut sich Haydn.

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