„Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“

Proteste: Abda liefert Material für die Apotheken

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Berlin -

„Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“ – so lautet das Motto der neuen Protestkampagne der Abda. Die Standesvertretung stellt den Apotheken nun Materialien zum Download zur Verfügung: Infoscreens, Plakate, Handzettel und natürlich einen Leitfaden für Gespräche mit der Politik.

„Nach knapp 13 Jahren Honorarstagnation und Apothekensterben steht den Apotheken das Wasser wirtschaftlich bis zum Hals. Dennoch hat die Bundesregierung das Apothekenhonorar bis heute nicht angepasst – trotz Ankündigung im Koalitionsvertrag“, kritisiert die Abda in ihrem Leitfaden zur Nutzung der Kampagnenmaterialien.

Der Entwurf zur Apothekenreform zeige zwar Ansätze von Wertschätzung für die Apothekerschaft, allerdings werde das größte Problem – die chronische Unterfinanzierung der Apotheken – komplett ausgeklammert. Diese Unterfinanzierung sei es, die zu einem Apothekensterben führe, durch das seit 2013 bereits rund 20 Prozent aller Standorte verloren gegangen seien. „Das bedeutet am Ende weitere Wege und weniger Versorgungssicherheit für die Menschen im Land.“

Zudem enthielten die Reformpläne problematische Vorhaben zur Umstrukturierung. Insbesondere die Pläne zu den erweiterten Vertretungsbefugnissen von PTA seien gefährlich, da wichtige Leistungen wie beispielsweise die Abgabe von Betäubungsmitteln oder Medikationsanalysen immer in der Verantwortung einer Apothekerin oder eines Apothekers liegen müssten.

Die Kampagne soll einen Schwerpunkt auf das existenziell wichtige Honorarthema setzen. Apotheken seien kein Kostenfaktor, sondern Stabilisatoren der Daseinsvorsorge. Das Kampagnenmotiv mache deutlich: Qualität und Versorgungssicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. „Die Politik muss endlich ein finanzielles Bekenntnis zu unseren Leistungen abgeben.“

Handzettel

Zur Auslage in der Apotheke stehen Handzettel zum Ausdrucken bereit. Unter der Frage „Was fehlt, wenn diese Apotheke schließt?“ wird auf die Beratung, die sofortige Versorgung der Patientinnen und Patienten und den Wert der persönlichen Beratung sowie kurze Wege verwiesen. Auch hier wird die ausbleibende Honorarerhöhung bei gleichzeitig steigenden Kosten thematisiert.

Politik-Termine

Die Abda appelliert im Rahmen der Kampagne erneut an die Apothekerschaft, auch selbst den Kontakt zur Politik zu suchen. Neben einem Musteranschreiben an Politik und Presse gibt die Abda den Apotheken wie bereits in früheren Kampagnen einen Gesprächsleitfaden an die Hand.

Zur Vorbereitung empfiehlt die Standesvertretung unter anderem, sich über den Lebenslauf, die politischen Schwerpunkte sowie die Social-Media-Präsenz des Gastes zu informieren. Zudem sollte man sich über Schließungen in der Nachbarschaft kundig machen, um einen Lokalbezug herzustellen. Im Gespräch sollten unter anderem Fachbegriffe kurz erklärt und die Ausführungen auf die wichtigsten Punkte beschränkt werden.

Außerdem stellt die Abda eine Liste an Kernbotschaften für den Termin zur Verfügung: Mehr als drei Millionen Patientinnen und Patienten würden jeden Tag versorgt und beraten; hinzu kämen die einzigartigen Leistungen der Apotheken wie Nacht- und Notdienste, Rezepturen oder pharmazeutische Dienstleistungen (pDL). Apotheken sollten zudem auf ihre Wirtschaftskraft – 160.000 Arbeitsplätze und Milliarden an Steuern – verweisen sowie ihre Lotsenfunktion hervorheben. Im Hinblick auf die geplante Reform sollten Apotheken das seit 2013 nicht angepasste Honorar betonen und die Problematik der PTA-Vertretung thematisieren.

Auch die Nachbereitung sollte nicht vergessen werden: Die Standesvertretung empfiehlt, gemeinsame Fotos und Social-Media-Posts zu veröffentlichen sowie ein kurzes Dankeschön an den Gast zu senden. Außerdem soll der Termin auf der Kampagnenseite unter „Politikkontakt“ erfasst werden.

Plakate und Infoscreens

Insgesamt jeweils drei Plakatmotive und Infoscreens stellt die Abda zur Verfügung. Alle Motive sind in Weiß und Rot gehalten. Infoscreens mit einer roten Null auf weißem Grund gibt es mit den Slogans „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“ und „Sparpolitik gefährdet die Gesundheit“ sowie mit Infografiken. In den Grafiken wird auf die Kostenexplosion von 65 Prozent, das seit 2013 nicht angepasste Honorar und das Apothekensterben – 19 Prozent seit 2013 bundesweit – verwiesen. Ein Piktogramm eines zerrissenen Papiers mit der Aufschrift „Koalitionsvertrag“ thematisiert zudem das gebrochene Versprechen zur Erhöhung des Fixums hin.

Die drei Plakatvarianten zeigen ebenfalls die rote Null auf weißem Grund mit rotem Rahmen. In der Mitte des Plakates steht über der Null wahlweise: „Sparpolitik gefährdet Ihre Gesundheit“, „Die Kosten steigen. Das Honorar steht still.“ oder „Volle Leistung braucht fairen Ausgleich.“ In einem blauen Button findet sich zudem jeweils die Aufforderung: „Jetzt das Honorar erhöhen!“

Posts und Abbinder

Auch für Social-Media-Posts stellt die Abda Vorlagen zur Verfügung. Außerdem werden ein E-Mail-Abbinder und ein WhatsApp-Rahmen für das Profilbild angeboten.

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