Hamburg-Poppenbüttel

Wegen Pollern: Apotheke macht samstags dicht

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Berlin -

In der Poppenbütteler Einkaufsstraße Moorhof sorgt eine Pollerinstallation für massive Kundeneinbrüche in den umliegenden Geschäften. Da Kunden aufgrund der Barrieren kaum noch Parkmöglichkeiten finden, öffnet die ansässige Apotheke samstags nicht mehr. „Wir müssen jetzt erste Konsequenzen ziehen“, erklärt Filialleiterin Claudia Fischer.

Der Moorhof im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel ist eine beliebte Einkaufsstraße. Hier gibt es die unterschiedlichsten Ladengeschäfte – und die Moorhof-Apotheke. Seit Dezember 2024 werden Straße und Marktplatz allerdings durch Poller getrennt. Die wurden entlang der Bordsteinkante installiert, um das Befahren des Gehwegs und das Parken vor der Ladenzeile zu unterbinden.

Mit der Installation sollte vor allem eine Verkehrsberuhigung erzielt werden. So richtig gelungen ist das laut Filialleiterin Claudia Fischer nicht. „Seitdem haben wir hier noch mehr Chaos. Die Leute fahren jetzt zum Teil falsch herum in die Einbahnstraße.“

Massiver Kundenverlust

Der Kundenstrom hat laut Fischer seit der Installation aber massiv abgenommen. „Die Leute kommen nicht mehr, der Umsatz stimmt nicht mehr – weil die Menschen den Umweg außenrum über die Hauptstraße nicht nehmen wollen.“

Da Kundinnen und Kunden nun nicht mehr direkt vor der Apotheke halten können, müssen sie auf weiter entfernte Parkflächen ausweichen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. „Viele Menschen erklären uns, dass sie so weit gar nicht laufen können. Das sind schon ein paar hundert Meter, für eingeschränkte Menschen eine ganz schöne Strecke.“

Samstags geschlossen

Deshalb mussten jetzt erste Konsequenzen gezogen werden. „Die Samstage sind bei uns so wenig besucht, dass wir Betriebs- und Personalkosten mit den Einnahmen der Samstage gar nicht mehr decken können“, erklärt Fischer. Weitere Maßnahmen wären dann die Verkürzung der regulären Öffnungszeiten. „Der große Endpunkt wäre dann die Schließung der Apotheke – wir hoffen sehr, dass wir da gar nicht erst hinkommen.“

Foto: Poller in Poppenbüttel, die den Marktplatz von der Einkaufsstraße Moorhof abgrenzen.
Die Poller wurden Ende 2024 installiert – und sorgen seitdem für Ärger.Foto: Moorhof-Apotheke Poppenbüttel

Die Änderung habe das Apothekenteam vier Wochen im Voraus über Aushänge und Kundengespräche angekündigt. Vergangene Woche war es das erste Mal, dass die Moorhof-Apotheke am Samstag nicht geöffnet hatte. „Die meisten finden es sehr schade. Allein letzte Woche hatten wir Freitag acht Nein-Verkäufe, weil die Kunden meinten: ‚Dann hole ich es mir woanders, wenn ich es erst am Montag bekomme.‘“ Da habe auch der Verweis auf die 24/7-Abholfächer nicht geholfen, betont Fischer.

Auch umliegende Geschäfte haben laut der Apothekerin schon erste Konsequenzen gezogen. „Der Getränkemarkt hat, seitdem die Poller da sind, nur noch 50 Prozent seines Umsatzes.“ Der Markt biete jetzt sogar einen Lieferdienst an. Der Botendienst der Apotheke habe sich nicht groß verändert. „Wir bieten es natürlich aktiv an, damit wir überhaupt noch Umsatz haben. Wir stellen hier aber kaum Veränderungen fest.“

Hoffnung in Petition

Im vergangenen Sommer hatten sich die Geschäfte am Marktplatz für eine Petition zusammengetan; mehr als 1600 Unterschriften waren damals zusammengekommen und den Behörden übergeben worden. „Das Thema wurde ohne Zeitangabe ins Arbeitsprogramm 2026 aufgenommen“, weiß die Filialleiterin. „Also zumindest ist es dann auf dieses Jahr begrenzt. Wir hoffen, dass die Poller bald entfernt werden.“

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