Apotheker baut für Eigenmarke eigenen Shop

Versandapotheke stört Online-Käuferinnen

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Berlin -

Nahrungsergänzungsmittel werden von Apotheker Michael Glock kritisch gesehen. In den meisten Fällen rät der Inhaber der Flora-Apotheke in Florstadt von der Einnahme ab. Dennoch bietet er ein eigenes Präparat für Frauen mit Haarproblemen an. Beim Online-Vertrieb stellte sich jetzt heraus, dass seine eigene Versandapotheke zum Hindernis wurde.

Glock bietet seit Kurzem unter der Dachmarke Recens-Nutrition ein Nahrungsergänzungsmittel für Frauen an, bei denen sich in oder nach den Wechseljahren das Haar verändert. Seine Motivation: „Weil mir in der Beratung eine Gruppe immer wieder begegnet ist, für die es kaum etwas Passendes gab: Frauen mit Haarveränderungen, bei denen auch die Schilddrüse eine Rolle spielt. Fast jedes Haarpräparat im Regal setzt fast alles auf Biotin — und lässt ausgerechnet Selen weg, den Nährstoff, der Schilddrüse und Haar verbindet.“

Eigenmarke vom Apotheker

Für die Herstellung kooperiert der Inhaber von drei Apotheken mit GIB-Pharma. „Das ist der deutlich einfachere Weg, ich habe es dort in Auftrag gegeben.“ Beim Preis orientierte er sich an Wettbewerbern aus der Apotheke, bietet es aber online günstiger an. „Für mich ist es zunächst schwierig, eine völlig unbekannte Marke an die Frau zu bringen.“

Doch das Interesse stieg und er verzeichnete im Juli auf der Produktwebsite, dass mehrere Kundinnen auf „Jetzt kaufen“ geklickt hätten. „Aber keine einzige hat gekauft“, sagt er. „Die Landingpage wurde gelesen. Innerhalb weniger Tage wurde 38-mal der Kaufbutton geklickt, und ich habe jeden Abend in zwei Systeme geschaut: null Bestellungen.“

Kaufbutton führte zur Versandapotheke

Die Auflösung sei unangenehm gewesen, weil sie so banal gewesen sei. Denn der Kaufbutton führte nicht über den Warenkorb zum Bezahlvorgang – sondern zum Check-Out seiner Versandapotheke. „Für mich war das völlig logisch, der Shop existierte ja schon und funktionierte. Für die Kundin war es aber ein Bruch.“ Sie sei auf einer Seite mit einem völlig anderen Namen, einem anderen Logo und der Aufforderung gelandet, ein Kundenkonto anzulegen.

Apotheker baut Shop auf

„An dieser Stelle war das Vertrauen weg. Und Vertrauen ist nun mal das Einzige, was eine neue Marke zu bieten hat“, sagt er. Glock entschied sich daher, einen eigenen Webshop für sein Produkt aufzubauen. In seinem Urlaub saß er darüber und nach wenigen Tagen war er fertig. Kurz darauf seien die Verkäufe komplett sauber durchgelaufen. Die Nachfrage sei von Anfang an real gewesen. Es sei aber enorm schwierig, ein neues Produkt im Internet zu bewerben. „Ich habe nicht das Marketing-Budget großer Hersteller.“

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