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Softwarehäuser bauen AMTS-Schnittstelle

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Düsseldorf -

Die Softwarehersteller rüsten sich für künftige Projekte zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS): Der Branchenverband ADAS hat dafür eine einheitliche Schnittstelle entwickelt. Mit einem „Baukasten-System“ wollen sie auch auf künftige Pilotprojekte und Modellvorhaben vorbereitet sein.

Der ADAS-Vorsitzende Lars Polap von Pharmatechnik erklärte, Grundlage für einen sicheren Datenaustausch seien Definitionen. Im Rahmen des Pilotprojekts ARMIN in Sachsen und Thüringen sei bereits eine erste Form von AMTS-Schnittstelle zum Austausch von Medikationsdaten entwickelt worden.

Darauf aufbauend seien die neuen Definitionen entwickelt worden, um auch andere Anwendungsfälle abzudecken. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Medienbruch über eine einheitliche Schnittstelle aufzuheben“, so Polap. Alles müsse schneller und effizienter werden. Damit wollen die Softwarehäuser Qualität und Sicherheit des Datentransfers steigern.

Die Schnittstelle wurde von einer Arbeitsgruppe entwickelt, die Gerhard Haas vom Softwarehaus ADG leitet. Er kritisierte, dass die Rahmenbedingungen bei ARMIN für die tägliche Arbeit nicht optimal seien, weil nicht detailliert genug. Es würden noch nicht konsequent genug die Verschlüsselungssysteme genutzt, die die Softwarehäuser benötigten. Daher habe man ausgehend von dort eine Spezifikation vorgenommen.

Dabei hat der ADAS nicht nur den Medikationsplan im Visier, sondern perspektivisch auch eine Patientenakte mit dem Medikationsplan als Untermenge. Den bundesweiten Medikationsplan sieht Haas in seiner jetzigen Form und aus technischer Sicht kritisch: Dosierungen, Einnahmezeitpunkte und andere Spezifikationen seien noch nicht korrekt verschlüsselt und somit für die Softwarehäuser weder verarbeitbar noch wiederverwendbar.

Deshalb habe man ein Baukasten-System entwickelt, das diese und andere Dinge optional zulasse. Falls sie zur Anwendung kommen, könnten nicht nur die persönlichen Daten des Versicherten gespeichert werden. Mögliche Erweiterungen seien etwa eine Bankverbindung oder – bei Patienten in Pflegeheimen – Daten eines Angehörigen als Ansprechpartner.

Auf diese Weise ist es möglich, und ganz im Sinne des Datenschutzes, nur jeweils die Daten zu übermitteln, die notwendig seien. Die Schnittstelle soll nun nach und nach ausgebaut werden, um verschiedene Projekte zu bedienen. Wichtig sind dem ADAS zufolge die Definitionen. Polap verglich dies mit einem Hausbau: Die Bauvorschriften seien erlassen, die dicke der zu verwendenden Rohre definiert. Natürlich werde es immer neue Herausforderungen geben, auf die man reagieren müsse.

Stephan Haux von Lauer-Fischer erklärte, bislang würden nur Verkaufs- oder Bestelldaten übermittelt. Bei den sensiblen Patientendaten müssten mehr Vorgaben beachtet werden. Es sei daher auch nicht das Ziel, einen zentralen „Monster-Server“ zu schaffen. Stattdessen soll die Schnittstelle als „Briefverteilzentrum“ fungieren, das mit den verschiedenen Teilnehmern verbunden sei. Dieses System sei so offen, dass man den Verschlüsselungsstandard jederzeit anpassen könne.

Mit der neuen Schnittstelle will der ADAS erreichen, dass bei neuen Projekten nicht mehr große Teile der Gesamtkosten in die technische Infrastruktur fließen. „Wir wollen, das möglichst viel der Energie den Patienten zugute kommt“, so Haux. Er ist überzeugt, dass Apotheker im Bereich E-Health ganz selbstbewusst auftreten und das Thema vorantreiben können.

Die neue Schnittstelle sei keine fertige Lösung, sondern biete die Grundlage für die Hersteller, betonte Polap. Neue Lösungen sollen auf den Standards aufbauen und damit die Interoperabilität sicherstellen. Die detaillierten Informationen zu der Schnittstelle will der ADAS interessierten Unternehmen nach der Expopharm zur Verfügung stellen.

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