„Wir haben nichts mehr zu verschenken“

Rabattcoupons von Mitbewerbern: Apotheke zieht mit

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Berlin -

Preisaktive Kundinnen und Kunden kommen gerne mit Rabattcoupons in Apotheken. In Steinbach am Wald ist es Inhaberin Claudia Bauer jedoch zuletzt immer wieder passiert, dass ihr Angebote anderer Apotheken vorgelegt wurden. Die Inhaberin reagiert und löst diese auch bei sich ein. „Wegen dem halben Euro brauchen meine Kunden nicht im Landkreis umherfahren“, sagt sie. Allerdings seien die teils sehr hohen Rabatte anderer Apotheken ein falsches Signal. „Wir haben nichts mehr zu verschenken.“

Bauer betreibt die Apotheke in Steinbach im Wald seit 25 Jahren. Damals kam sie von Bonn in den Landkreis Kronach in Oberfranken, um eine Apotheke zu übernehmen. „Wir sind hier auf dem Land und haben unter Kollegen ein gutes Miteinander. Jeder hat sein Gebiet“, sagt sie. Allerdings meinten es manche mit Rabattaktionen und Nachlässen mit teils bis zu 52 Prozent etwas zu gut.

Hohe Rabatte sind übertrieben

„Ich ärgere mich darüber, wenn in der Öffentlichkeit so getan wird, als hätten wir etwas zu verschenken.“ In Zeiten des stagnierenden Fixums und der Honorardebatte mit der Politik sei dies nicht der Fall. Auch sie biete Nachlässe an und mache Werbung – allerdings in Maßen. „Man kann es auch übertreiben.“ Weil sich jüngst immer wieder Kundschaft mit „Angebotsblättchen und Rabattcoupons benachbarter Apotheken“ in ihren Betrieb „verirrt“ hätten, reagierte die 54-Jährige.

Bauer informierte bei Facebook darüber, dass die Rabatte von Mitbewerbern selbstverständlich zum selben Preis in ihrer Apotheke eingelöst würden. Man solle einfach den Coupon mitbringen. „Ich dachte, bevor ich mich aufrege, mache ich das so. Das tut uns nicht weh.“ Außerdem betonte sie: „Sparen könnt ihr auch bei uns, ihr braucht dafür nicht durch den Landkreis zu fahren...direkt vor Ort, in Eurer Rennsteig-Apotheke in unserem schönen Steinbach am Wald.“

Aktionen stechen ins Auge

Sie selbst gewähre Aktionsangebote von um die 20 Prozent und sieht sich damit im „mittleren“ Bereich. „Es gibt Kollegen, die viel mehr geben, das sollen sie auch.“ Allerdings könne die Kundschaft dann denken, man habe etwas zu verschenken. „Das passt mit unserer eigentlichen Situation nicht zusammen.“ Zudem würden die hohen Rabatte vor allem auf preisgünstige Produkte gewährt, der absolute Nachlass sei gering, doch die Aktion steche ins Auge.

Ebenfalls bei Facebook regte sie ihre Kundschaft dazu an, selbst aktiv nach Zugaben wie Taschentücher zu fragen. „Das geht leider in der Hektik manchmal unter.“ Wenn sich jemand über eine kostenlose Packung freue, sei das kein Problem. „Dann freue ich mich auch.“

Dass Rabattcoupons anderer Unternehmen angenommen werden, machte vor Jahren Müller vor. Die Drogeriekette warb sogar öffentlich damit. Der sogenannte Gutschein-Klau landete auch vor Gericht. Der Bundesgerichtshof entschied 2016, dass es zulässig ist, Gutscheine eines Konkurrenten zu akzeptieren, damit Kunden ins eigene Geschäft zu ködern und diese einzulösen.

Bauer ist Apothekerin und Inhaberin mit Leidenschaft. Für ihr Team sucht sie Unterstützung und wirbt für den Standort. Es werde dringend Verstärkung gesucht, sowohl Apothekerinnen oder Apotheker und PTA, sagt sie. Die Lage sei wunderbar. Steinbach am Wald ist die einzige Gemeinde in Bayern, durch die der Rennsteig führt. Außerdem liegt sie nah am Grünen Band.

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