Bundesarbeitsgericht

Apotheken-Tarifstreit eskaliert Alexander Müller, 28.07.2008 17:40 Uhr

Berlin -

Der Tarifstreit in Deutschlands Apotheken geht vor Gericht: Die Apothekengewerkschaft Adexa wird das Bundesarbeitsgericht (BAG) anrufen. Die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) sind aus Sicht der Gewerkschaft gescheitert, nachdem der ADA ein Schiedsverfahren abgelehnt hatte, teilte Adexa mit. Die Tarifverhandlungen seien nicht gescheitert, sie wurden von Adexa erst gar nicht aufgenommen, kontert ADA-Vorsitzender Theo Hasse.

Die Arbeitgeberseite kritisiert, dass Adexa einen Verhandlungstermin im Frühjahr hatte platzen lassen. Laut Gewerkschaft habe man jedoch über ein „Null-Angebot“ nicht verhandeln wollen. Ende Juni war die Frist für einen neuen Tarifvertrag zwischen den Parteien abgelaufen. Seither gilt der bestehende Vertrag fort. Adexa wollte Anfang des Monats ein Schiedsverfahren einleiten.

Allerdings war zwischen den Parteien zuletzt umstritten, ob der Schlichtungsparagraf im Bundesrahmentarifvertrag auch bei Tarifstreitigkeiten angewandt werden kann. Laut ADA gilt die Klausel nur für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten. Der Verband habe deshalb den von Adexa vorgeschlagenen Professor Dr. Hartmut Morck - unabhängig von dessen Person - als Schlichter abgelehnt. Nun soll nach dem Willen der Gewerkschaft das BAG entscheiden, wie der Vertrag auszulegen ist. Auch der ADA hat nach eigenen Angaben die Präsidentin des Gerichtshofes bereits angeschrieben und die Position des Verbandes erklärt.

Adexa nannte das Vorgehen der Arbeitgeberseite „kurzsichtig“. Die inhabergeführten Apotheken in Deutschland könnten sich gerade jetzt keine demotivierten Mitarbeitern leisten, sagte die zweite Vorsitzende Tanja Kratt. „Adexa erwartet, dass bei einem Fall des Fremdbesitzverbots diverse starke Player in den Apothekenmarkt drängen werden, die sich durch deutlich bessere Tarifabschlüsse und Arbeitsbedingungen die besonders qualifizierten Mitarbeiter sichern werden“, droht die Gewerkschaft.

Adexa sollte sich die Arbeitsbedingungen in Drogerieketten wie Lidl oder Rossmann ansehen, kontert der ADA. „Vielleicht denkt die Führungsriege der Adexa einmal darüber nach, ob es nicht zielführender sein könnte, an den Verhandlungstisch zu kommen; denn Verhandlungen hat der ADA nicht abgelehnt, ganz im Gegenteil, man habe stets an die Vernunft der Vertreterinnen geglaubt und erwartet, dass Adexa um die Abstimmung eines Verhandlungstermins bittet“, so der ADA.

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