Austauschbare Darreichungsformen

Lorazepam: Expidet = Tablette APOTHEKE ADHOC, 13.03.2018 09:08 Uhr

Berlin - Bestimmte Darreichungsformen können untereinander ausgetauscht werden. Welche genau, legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Anlage VII der Arzneimittelrichtlinie fest. Schließt der Arzt einen Austausch durch das Setzen des Aut-idem-Kreuzes nicht aus, werden die unterschiedlichsten Darreichungsformen gleichgestellt und müssen gegeneinander ausgetauscht werden, um den Rabattvertrag zu bedienen.

Ein Austauschkriterium nach Aut-idem ist die identische oder eine vom G-BA als austauschbar definierte Darreichungsform. Geregelt ist dies im Rahmenvertrag §4. „Hat der Vertragsarzt ein Arzneimittel nur unter seiner Wirkstoffbezeichnung verordnet oder die Ersetzung eines unter seinem Produktnamen verordneten Fertigarzneimittels durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel nicht ausgeschlossen (aut idem), hat die Apotheke unter folgenden Voraussetzungen ein der Verordnung entsprechendes Fertigarzneimittel auszuwählen und nach den Vorgaben der Absätze 2 bis 4 abzugeben und zu berechnen.“ Unter Punkt d heißt es weiter: „gleiche oder austauschbare Darreichungsform, dabei sind die Darreichungsformen mit identischer Bezeichnung in den Preis- und Produktinformationen nach §2 Absatz 6 gleich, Darreichungsformen nach den Hinweisen des Gemeinsamen Bundesausschusses nach §129 Absatz 1a Sozialgesetzbuch (SGB) V austauschbar“.

Somit können unterschiedlichste Galeniken gegeneinander ausgetauscht werden. Für das Benzodiazepin Lorazepam heißt das: Tablette und Expidettäfelchen sind identisch und gegeneinander austauschbar. Jedoch zeigen sich zwei Probleme: Zum einen sind Fehler in der Anwendung möglich, denn die Tabletten müssen mit Wasser geschluckt werden, die Täfelchen hingegen werden in den Mund gelegt und zergehen augenblicklich. Die einzelnen Darreichungsformen ziehen zum anderen einen unterschiedlichen Wirkeintritt nach sich.

Die Resorptionsraten bei oraler Gabe schwanken zwischen etwa 11 und 40 Minuten. Wobei die Täfelchen einen Wirkeintritt nach wenigen Minuten aufweisen und daher auch in Notfällen verabreicht werden können. Die Resorption findet hier bereits über die Mundschleimhaut statt, das Lorazepam aus den Tabletten wird jedoch über den Magen-Darm-Trakt resorbiert.

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