Entlassmanagement: N3 anstatt N1

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Berlin - Für die vereinfachte Versorgung der Patienten nach einem stationären Klinikaufenthalt hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zeitlich befristete Verordnungen im Entlassmanagement beschlossen. Neben einer längeren Gültigkeitsdauer der Verordnungen können die Klinikmediziner auch größere Packungen als bisher verschreiben. Ursprünglich sollten die Regelungen bis zum 31. März gelten. Da Sars-CoV-2 Ende März immer noch vorhanden sein wird, werden die Lockerungen nun wohl verlängert. Der Bundestag könnte bei anhaltendem Infektionsgeschehen künftig alle drei Monate für eine Verlängerung des Pandemiegesetzes stimmen.

Um eine Anschlussmedikation sicherzustellen, dürfen Klinikärzte im Rahmen des Entlassmanagements Rezepte zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ausstellen. Normalerweise dürfen nur Arzneimittelpackungen des kleinsten definierten Normbereichs zulasten der GKV abgegeben werden. Für die Zeit der Corona-Pandemie hat der Gemeinsame Bundesausschusses jedoch Sonderregelungen innerhalb des Entlassmanagements aufgestellt. Diese Regelungen betreffen auch die Rezeptgültigkeit. Im Regelfall beträgt diese drei Werktage inklusive Ausstellungsdatum, das heißt, wird ein Entlassrezept an einem Freitag ausgestellt, kann der Patient es bis Montag in der Apotheke einlösen. Innerhalb der Lockerungen haben die Patienten länger Zeit ihre Medikamente abzuholen.

Aus N1 wird N3

Normalerweise darf auf einem Entlassrezepten nur eine Packung mit dem kleinsten Normkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung verordnet werden. Das bedeutet, die Klinikärzte dürfen keine N2- oder N3-Packungen aufschreiben. Um die Versorgung der Patienten während der Pandemie sicherzustellen, dürfen die Ärzte jetzt eine vom Versorgungsbedarf des Patienten abhängige Menge verordnen. Somit kann aktuell auch eine N3-Packung im Rahmen des Entlassmanagements beliefert werden.

Normalerweise muss die Apotheke ein Entlassrezept bei Änderungen erneut gegenzeichnen lassen. Um ein Hin und her zu vermeiden genügt es nun, wenn die Apotheke die ärztliche Rücksprache auf dem Rezept dokumentiert. Nach §17 Apothekenbetriebsordnung (ApbetrO) sollen erneute Arztbesuche mit dem Verordner weitestgehend vermieden werden. Um auch das Klinikpersonal zu entlasten, müssen die die Ärzte aktuell nicht nachweisen, dass ein Entlassrezept für die lückenlose Versorgung des Patienten tatsächlich erforderlich ist. Die Verordnungen können aktuell aufgrund der pandemischen Lage ausgestellt werden. Auch hiermit sollen zusätzliche und nicht unbedingt benötigte Arztbesuche reduziert werden.

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